CSU schließt Politischen März mit Vortrag ab
Was Christen erleiden müssen

Im Club La Vida fand der Politische März der CSU seinen Abschluss. Pastor Peter Siemens hielt einen Vortrag über verfolgte Christen. Bild: adc

Die Fastenzeit klang bei der CSU besinnlich aus. Zum Ende des Politischen März' hatte der Kreisverband Amberg-Stadt den weltweit tätigen Pastor Peter Siemens eingeladen. Er erzählte, was Christen rund um den Globus bereit sind, für ihren Glauben in Kauf zu nehmen.

Es solle sicherlich keine Hetz-Veranstaltung werden, sagte CSU-Kreisvorsitzender Stefan Ott bei der Eröffnung des Abends im Club La Vida. Das Thema Flüchtlingskrise sowie der interreligiöse Dialog hatten den Politischen März der Amberger Christsozialen geprägt. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe legte die CSU den Fokus auf die verfolgten Christen weltweit.

Emotionaler Vortrag


Siemens ist für das evangelische Hilfswerk Open Doors rund um den Globus unterwegs, um Christen zu helfen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. "Politik ist nicht meine Baustelle", stellte der 57 Jahre alte Theologe gleich zu Beginn klar. Und er versprach nicht zu viel: Statt nüchtern politisch war sein Vortrag persönlich und sehr emotional. Er schien den Tränen nahe, als er drei Geschichten mit seinen Zuhörern teilte, die ihm aus seiner seelsorgerischen Tätigkeit im Ausland in Erinnerung geblieben sind. Zum Beispiel die von Samira aus Usbekistan, die eine christliche Jugendfreizeit in ihrem muslimischen Heimatland organisiert hatte. Während seines Besuches hätten usbekische Polizeibeamte die junge Frau fest genommen und ihn gleich mit verhaftet. Bei einem stundenlangen Verhör hätten die Polizisten dann versucht, die christliche Jugendbetreuerin und den Pastor zu zwingen, ein Dokument zu unterschreiben. Inhalt: Die Verpflichtung, nie wieder christlich-missionarischen Tätigkeiten in Usbekistan nachzugehen. Da die beiden sich weigerten, seien sie nackt mit Handschellen an einen Heizkörper gefesselt worden. Erst als der Schichtwechsel in der Polizeidienststelle anstand, hätten die Polizisten den Fall noch schnell abschließen wollen. "Sie begnügten sich deswegen mit einer Maßnahme zur Verwarnung: Sie stachen uns mit Nähnadeln die Fingerkuppen auf."

Bibel als Terror-Indiz


Den christlichen Glauben auszuleben sei in Usbekistan nur in den eigenen vier Wänden erlaubt. Wer mehr als eine Bibel pro Haushalt besitze, dem drohe eine Anklage wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung. "Ich habe Samira dann gefragt, wie sie so etwas für ihren Glauben ertragen konnte. Und sie sagte darauf: Jesus hat so sehr für mich gelitten - da bin ich stolz, dass ich ein wenig für ihn leiden durfte."

Der Vortrag berührte das Publikum und passte so gar nicht in die Agenda der bisher geführten Diskussionen zum Thema Flüchtlingskrise. Pater Siemens lieferte keine Meinung zu Debatten darüber, ob nun der Islam eine gewaltbereite Religion sei. Er positionierte sich auch nicht zu Fragen der Flüchtlingspolitik. Sicher sei der Vortrag anders gewesen, als manch einer erwartet hätte, resümierte CSU-Kreisvorsitzender Ott. Das Publikum schien aber zufrieden, dass es einmal nicht um die Probleme im Freistaat ging. Stattdessen regte Pater Siemens zum Nachdenken darüber an, wie es in anderen Gegenden der Welt zugeht und wie gut es sich im Wohlstandsland Deutschland eigentlich leben lässt.
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