Deutsche Burgenvereinigung spendabel
Preisgeld für Basilika verdoppelt

Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein (links) würdigte das Engagement von Dr. Hans Heinrich von Srbik (rechts), der sein Preisgeld von 10 000 Euro zum Wohle der Basilika St. Martin auf 20 000 Euro erhöhte. Bild: hae


Deutsche BurgenvereinigungSie ist Deutschlands älteste überregionale Denkmalschutz-Initiative und engagiert sich stark bei der Rettung und dem Erhalt von Burgen und Schlössern und anderen Baudenkmälern. Ihre rund 3000 Mitglieder sind laut Presse-Info Denkmalpfleger, Kunsthistoriker, Architekten, Restauratoren und Museumsverantwortliche, aber auch Privatleute, die sich für Burgen und Schlösser einsetzen. Geführt wird die Vereinigung derzeit von der früheren Dombaumeisterin von Köln, Prof. Dr. Barbara Schock-Werner. Das Geld, das von der DBV für Restaurierungen bereitgestellt werden, kommt von der Stiftung, deren Vorsitzender Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn ist. (hae)


Messerschmitt-StiftungSie wurde 1969 Prof. Dr. Willy Messerschmitt gegründet. Aus der ursprünglichen Bestimmung (Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses) wurde später die Pflege und Erhaltung deutscher Kunst- und Kulturdenkmäler. Kernaufgabe war fortan der Schutz jener Güter, die als gesicherter Bestand der Kultur angesehen werden und deren Untergang einen großen Verlust der eigenen Identität darstellen würde. Anders als bei einer reinen Sponsorentätigkeit, so die Pressemitteilung, agiert die Messerschmitt-Stiftung stets als Bauherr, der Aufträge vergibt und die Kontrolle während der ganzen Bauzeit ausübt. Seit 1988 leitet Hans Heinrich von Srbik die Stiftung. (hae)

Die Gästeliste der Deutschen Burgenvereinigung liest sich fast wie das "Who is Who" des deutschen Adels. Auch namhafte Professoren und Experten für Denkmalpflege, Kunstgeschichte und Restauration kamen. Preisträger Dr. Hans-Heinrich von Srbik von der Messerschmitt-Stiftung wartete bei seinen Dankesworten mit einer großen Überraschung auf.

Regionalkantor Bernhard Müllers eröffnete die Preisverleihung am Freitagnachmittag in der Basilika St. Martin mit einem feierlichen Orgelspiel zu "Eine feste Burg ist unser Gott", dann begrüßte Stadtpfarrer Franz Meiler die knapp 200 Gäste aus Deutschland, Südtirol und der Slowakei. "Kirche und Kultur gehören untrennbar zusammen", sagte der Hausherr. Daher ist die Basilika für einen derartigen Anlass geeignet.

Die Präsidentin der Deutschen Burgenvereinigung, Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, freute sich, dass Amberg für die Mitgliederversammlung ein ausgezeichneter Tagungsort sei, weil die Oberpfalz eine Vielzahl von historisch wertvollen Burgen und Schlössern aufweise. Die Laudatio auf Preisträger Dr. Hans Heinrich von Srbik (München) hielt Prof. Dr. Michael Petzet, ein Generalkonservator im Ruhestand. Er ist nicht nur langjähriger Wegbegleiter des Geehrten, sondern auch in Amberg bei vielen Denkmalschutzmaßnahmen bekannt geworden. Mit Blick auf die Leistungen von Dr. Srbik und seiner Stiftung sagte Petzet, dass der Handlungsschwerpunkt des Wirkens zunächst der süddeutsche Raum sowie Nord- und Südtirol waren. Aber schon vor dem Mauerfall 1989 richtete sich der Blick in den Osten Deutschlands. Am auffälligsten war der finanzielle Beitrag der Stiftung bei der Wiederherstellung des Belvedere auf dem Klausberg in Potsdam in Höhe von fast zwölf Millionen Mark und beim Schloss Meseberg bei Berlin, das heute als Gästehaus der Bundesregierung genutzt wird. Die Vorliebe des gebürtigen Tirolers aber gilt dem alpenländischen Raum, sagte Michael Petzet. Dabei nimmt man sich nicht nur Burgen und Schlössern an, sondern auch Kapellen, Wegkreuze, Bauernhöfe und Bürgerhäuser werden durch Restaurierung vor dem Verfall gerettet.

Dr. Hans-Heinrich von Srbik sei für die Stiftung nicht nur unermüdlicher Motor, sondern seit 28 Jahren deren Vorsitzender, der im Sinne des Gründers Prof. Dr. Willi Messerschmitt arbeitet und als versierter Banker für immer wieder neue Zuflüsse ins Stiftungskapital sorgt.

In seinen Dankesworten verhehlte der Preisträger nicht, dass bislang eine glückliche Hand für immer ausreichende finanzielle Mittel der Stiftung sorgte, aber es derzeit bei der Zinslage immer schwieriger wird. Am Herzen liegt ihm zurzeit die Renovierung des höchsten europäischen Flügelaltars im slowakischen Levoca/Leutschau. Dann aber bereitete Dr. Srbik eine große Überraschung. Der ihm zuteilgewordene Preis von 10 000 Euro der Deutschen Burgenvereinigung ist bereits ein hoher Betrag, aber die Messerschmitt-Stiftung wird diese Summe verdoppeln.

"Mir ist wichtig, dass der Betrag hier vor Ort für die Restaurierung eines Objekts eingesetzt wird", verkündet er stolz und machte damit Stadtpfarrer Monsignore Franz Meiler eine riesige Freude. Nach dem Willen des Preisträgers soll damit die Renovierung der Ölberggruppe an der Südseite von St. Martin finanziell unterstützt werden.
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