Diakon Reinhard Franz geht in Ruhestand
"Er reißt einen Krater"

Der evangelische Diakon Reinhard Franz geht nach 28 Dienstjahren in Amberg in Ruhestand. Am Sonntag, 12. Juni, verabschiedet sich die Gemeinde mit einem feierlichen Gottesdienst in der Paulanerkirche. Bild: Hartl
Amberg: Paulanergemeinde | Dieser Sonntag markiert einen besonderen Tag im Leben von Reinhard Franz und das Ende einer Ära für die evangelischen Paulaner- und Erlösergemeinden. Nach 28 Dienstjahren tritt Diakon Franz in den Ruhestand. "Ich kann mir das noch gar nicht vorstellen", sagte der 63-Jährige im Gespräch mit der Redaktion. "Mir kommt es so vor, als würde ich eine neue Stelle antreten." Was er künftig in seiner Freizeit alles unternehmen will, darüber habe er sich noch nicht den Kopf zerbrochen. "Ich bleibe ja Diakon", unterstrich Franz. "Allerdings dann ohne festen Aufgabenbereich."

Die Gemeindearbeit ist zur Lebensaufgabe des gebürtigen Kaltenbrunners geworden. Dabei schien seine berufliche Laufbahn zunächst in eine ganz andere Richtung zu gehen. Als junger Mann ließ sich Franz zum Industriekaufmann ausbilden, arbeitete später als Einkäufer bei der US-Armee am Truppenübungsplatz. Weil er als aktiver Christ in der Jugendarbeit seiner Heimatgemeinde tätig war, verlor er nie den Draht zur Kirche - bis dieser eines Tages zu glühen begann. "Es war 1974 bei einer Jugendfreizeit in Schweden", erzählt der Diakon. "Als wir da so am Lagerfeuer saßen, sprach mich der Pfarrer an, ob ich mir nicht vorstellen könnte, als Diakon zu arbeiten."

Leicht habe er sich die Entscheidung nicht gemacht, zumal ihm ein fünf Jahre dauerndes Studium bevorstand. Doch letztendlich habe er sich mit seiner Familie entschieden, die neue Aufgabe anzunehmen. Die ersten acht Jahre seines Diakonats verbrachte Franz in Fürth. "Das war am Anfang nicht ganz einfach", bekannte er. Doch bald rückte er dem Paradies ein Stückchen näher, indem er nach Amberg wechselte.

Die Arbeit in der Paulaner- und der Erlösergemeinde habe ihm richtig Spaß gemacht, sagt er. Die dem Diakon gewidmeten Abschiedsworte im aktuellen Gemeindebrief untermauern dies. "Wenn jemand immer da war, ist es schwer vorstellbar, wie es ohne ihn weitergehen soll", heißt es dort. "Generationen sind durch seine Zeltlager, Konfirmandenfreizeiten, Jugendgruppenleiterkurse geprägt worden ... Er wird fehlen - das ist die vorsichtige und farblose Umschreibung dessen, was tatsächlich passieren wird: keine Lücke wird er reißen, sondern einen Krater."

Am Sonntag, 12. Juni, feiert die Gemeinde in der Paulanerkirche mit ihrem Diakon einen Gottesdienst zum Abschied in den Ruhestand. Mehrere Geistliche, darunter der Rektor der Rummelsberger Diakone, Dr. Günter Breitenbach , haben ihr Kommen zugesagt. Im Anschluss an den Gottesdienst ist ein Empfang im Gemeindehaus.
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