Die Ambergerin Emelie Schreiner ist angehende Goldschmiedin
Herrin der Ringe

„Eben weil es nicht alltäglich ist, fand ich den Beruf sehr interessant“, betont Emelie Schreiner. Vor Beginn ihrer Ausbildung hat sie mehrere Praktika absolviert und ist derzeit Auszubildende in der „GoldschmiedeLust“ in Amberg. (Foto: aha)
(aha)

„Man kann Kreativität und Handwerk verbinden und eigene Dinge kreieren. Außerdem ist es toll, Kundenwünsche umsetzen zu können“, erzählt Emelie Schreiner. Die 21-Jährige war nach dem Abitur am Gregor-Mendel-Gymnasium im Jahr 2013 zunächst ein paar Monate in Afrika unterwegs, absolvierte anschließend verschiedene Praktika im kreativen Bereich und begann im Herbst 2014 ihre Ausbildung in der „GoldschmiedeLust“.

Trägst du selbst gerne Schmuck?

Vor der Ausbildung eigentlich eher weniger aber das entwickelt sich jetzt mehr.

Wann wusstest du, dass du in diese Richtung etwas machen willst?

Dass ich mal etwas Kreatives machen würde war eigentlich schon immer klar. Was mir am besten liegt und gefällt hat sich aber erst während bzw. nach dem Abitur, vor allem durch einige Praktika, gezeigt.

Hast du vorher ein Praktikum gemacht?

Ja, ich habe ein einwöchiges Praktikum in Neustadt an der Weinstraße in einer Goldschmiede absolviert. Hier in Amberg war ich außerdem einen Tag in der Werkstatt.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Das ist völlig unterschiedlich, je nach dem was gerade für Arbeit zu tun ist. Da wir zum Beispiel kürzlich auf der Schmuck- und Edelsteinmesse waren, fädle ich momentan viele Steinketten. Auch die Trauringberatungen nehmen jetzt zu dieser Jahreszeit langsam wieder zu.

Was kreierst du alles?

Eigentlich fast alles. Nicht nur Kreationen für den Laden darf ich entwerfen und anfertigen, auch Kundenwünsche – vom Klumpen Gold über Entwürfe bis hin zum fertigen Schmuckstück – setze ich um. Ringe fertige ich aber vermutlich am meisten an.

Was fasziniert dich an deiner Arbeit?

Dass so vieles möglich ist! Es ist faszinierend zu sehen, wie eine alte kaputte Goldkette zum Beispiel zu einem schönen modernen Goldring wird. Auch dass man ab und zu bei freien Formen etwas tüfteln muss, um das perfekte Endergebnis zu erhalten, macht Spaß.

Musst du auch zur Berufsschule?

Ja, die Berufsschule ist in Würzburg. Pro Jahr sind es zehn Wochen, die meist auf
Zwei-Wochen-Blöcke aufgeteilt werden. Wir sind 13 Schüler, davon 11 Mädchen.

Die Arbeit ist ja sehr verantwortungsvoll – theoretisch könnten ja Schmuckstücke kaputt gehen...

Man muss natürlich immer vorsichtig mit Schmuckstücken arbeiten aber man lernt zuerst, wie welche Edelsteine auf Hitze, Säuren und Ultraschall reagieren um dementsprechend mit ihnen umzugehen. Gold, Silber und andere Edelmetalle können ja eigentlich nicht „kaputt“ gehen, wenn ich ein Schmuckstück zum Beispiel anschmore, dann muss ich eben von vorne anfangen, mit der Zeit bekommt man aber auch dafür ein Gefühl.

Ist dir schon etwas Negatives passiert?

Naja Kleinigkeiten passieren schon mal aber es ist zum Glück noch nichts wirklich
Schlimmes passiert.

Gab es schon DIE große Herausforderung?

Die größten Herausforderungen sind zum Beispiel passgenaue Fassungen für Steine, da die Maße aufs Zehntel stimmen müssen. Außerdem ist beispielsweise bei der Fertigung von dicken Ringschienen oft viel Kraft erforderlich.

Was war dein schönstes Stück?

Das ist schwer zu sagen, da ich ja viele Kundenanfertigungen mache, wo es einfach darauf ankommt dass es den Vorstellungen vom Kunden entspricht. Für den Laden war es meiner Meinung nach ein Granat-Ring, den ich angefertigt habe.

Wer ist für den Job geeignet? Was muss man mitbringen?

Wichtig ist auf jeden Fall Geduld, aber auch Kreativität und handwerkliches Geschick. Auch der Umgang mit Kunden sollte einem Goldschmied liegen.

Wie sehen deine Pläne für die Zeit nach der Ausbildung im Frühjahr 2018 aus?

Eigentlich möchte ich gerne noch ein Studium im Bereich Accessoire oder Schmuckdesign anhängen – aber da habe ich mich noch nicht wirklich festgelegt.

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