Die Daumen gehören der deutschen Elf
Halbfinale auf den Fingernägeln

Einen wahren EM-Hingucker hat das Nagelstudio Parra Cosmetics extra für die Amberger Zeitung geschaffen: Fingernägel in den Nationalfarben der beiden heutigen Gegner Deutschland und Frankreich - Schwarz-Rot-Gold gegen die Tricolore. Mit Nailart zeigen Frauen während der EM Flagge für die deutsche Elf. Bild: Steinbacher

Nach gut zwei Stunden ist das Werk vollbracht: Carmen Gillich ist gerüstet für das heutige EM-Halbfinale. Die Fingernägel der linken Hand in Schwarz-Rot-Gold, die der rechten in den Farben der Tricolore: Das Spiel Deutschland gegen Frankreich kann kommen. Die Daumen aber, die drückt sie ganz klar unserer Elf.

Extra für die Amberger Zeitung hat das Nagelstudio Parra Cosmetics in der Mühlgasse einen absoluten Hingucker gezaubert: Fingernägel in den Farben des EM-Halbfinales. Schwarz-Rot-Gold auf der linken Hand, Blau-Weiß-Rot auf der rechten. Carmen Gillich spreizt ihre zehn Finger. "Toll, das ist super geworden", bewundert sie die Arbeit ihrer Kollegin Natalia Wiedemann. Inhaberin Ursula Parra ist ebenfalls begeistert.

An Händen und Füßen


Dass die Damen mit Fingernägeln in Schwarz-Rot-Gold für ihr Land Flagge zeigen, war schon bei der WM vor zwei Jahren ein Thema, weiß die Chefin. "Viele Frauen sind ja auch Fußball-Fans." Während die Männer ihr liebstes Kind, das Auto, mit Fähnchen, Zierstreifen und Überzieher für die Außenspiegel dekorieren, flitzen die Damen ins Nagelstudio: Unterstützung in Schwarz-Rot-Gold auf zehn Fingern. Oder an den Zehen, denn viele ließen sich die deutschen Farben auf die Fußnägel machen. Dezenter ist es allemal. "Nicht jeder will oder kann es so offen zeigen."

Mit dem Auftakt der EM kamen die ersten Damen ins Nagelstudio, um für die Spiele gerüstet zu sein. Werden die Nationalfarben in Handarbeit aufgemalt, ist das laut Ursula Parra sehr kompliziert. "Man kann die einzelnen Farben nicht einfach nebeneinander lacken. Der Nagellack ist ja flüssig, die Farben würden ineinander verlaufen." Für die Halbfinal-Nägel verwendete Natalia Wiedemann Shellac. "Nur das geht", sagt sie. Schließlich muss die unterste Schicht aushärten, sonst würde wieder alles verwischen. Für die fünf deutschen Fingernägel wurde Rot als Untergrund verwendet. Dann malte Natalia Wiedemann die Kuppe in Schwarz, den vorderen Teil des Nagels in Gelb und gab noch leichten Goldglimmer drüber. "Glitzer ist noch weiblicher", sagt Ursula Parra.

Längs- und Querstreifen


Handarbeit, die nicht ganz einfach ist, schließlich müssen die Bundesfarben ja die richtigen Proportionen haben. Außerdem ist die deutsche Flagge in Querstreifen - im Gegensatz zur französischen. Deren Farben sind in Längsstreifen. Wären sie quer, wäre es die Flagge der Holländer, doch die sind bekanntlich nicht über die Qualifikation hinausgekommen. Für die Tricolore auf den Fingern der rechten Hand malte Natalia Wiedemann ihrer Kollegin die fünf Nägel erst mit Shellac in Weiß an, ließ sie aushärten, trug dann die rote Schicht auf und schließlich die blaue. "Die Kunst sind die geraden Linien", sagt Ursula Parra. Ihre Mitarbeiterin beherrscht sie. Einige Frauen seien gekommen, um sich nur einen Fingernagel oder an jeder Hand einen in Schwarz-Rot-Gold machen zu lassen. "Alle zehn Finger, das ist schon aufwendig", sagt Parra. Ebenso beliebt: eine grüner Nagel, der den heiligen Rasen symbolisiert, und eine in Airbrush-Technik aufgespritzter Fußball. Während der letzten WM in Brasilien waren sogar zwei Männer ins Studio gekommen, um per Nail Art die deutsche Elf zu unterstützen.

Vor 30 Jahren fing Ursula Parra als Nageldesignerin ("Das ist leider kein anerkannter Ausbildungsberuf") an, ihr Handwerk erlernte sie in Köln und Las Vegas. "Meine erste Kundin war eine 65-Jährige, sie kannte Nageldesign aus Amerika und wollte es unbedingt haben", erinnert sie sich. Wenn die EM vorüber ist und damit auch die Euphorie in Schwarz-Rot-Gold, dann sind wieder andere Farben für die Fingernägel in. "Heuer ist es sehr bunt und leuchtend", sagt Ursula Parra über die aktuellen Trends.

Auch wenn Carmen Gillich ihre Halbfinal-Nägel wunderschön findet, beide Daumen sind für heute Abend nur für ein Team reserviert: für die deutsche Nationalmannschaft.

Sechs Daumen für die deutsche Elf"Ja sicher!", antwortet Ursula Parra, Inhaberin von Parra Cosmetics, auf die Frage, ob sie denn das EM-Halbfinale heute anschaue. Auch ihre beiden Mitarbeiterinnen Carmen Gillich und Natalia Wiedemann nicken. Die drei Nageldesignerinnen drücken der deutschen Elf die Daumen. "Wenn schon, dann für uns", sagt Natalia Wiedemann. Ursula Parra hat im Laufe der Jahre eines festgestellt: Frauen sind inzwischen sehr euphorische Fußballfans. Vor zehn Jahren noch seien sie eher genervt gewesen, wenn WM oder EM war und überall Fußball lief. (san)
Weitere Beiträge zu den Themen: Schwarz-Rot-Gold (3)EM2016 (336)Nageldesign (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.