Diskussion um Straßenbeleuchtung in nächster Runde
Nach Leserbrief: Stadt will Entschuldigung

In der Diskussion um die Straßenbeleuchtung in Luitpoldhöhe wird der Ton härter. Wie berichtet, stellt Amberg auf LED-Technik um. Weil das Tiefbauamt dabei auch auf Laternen stößt, die nur privaten Grund erhellen, wurden diese vom Netz genommen. Ein Leser behauptete nach der Berichterstattung in einem Brief an die Redaktion, die Stadt habe zu ihm erst Kontakt aufgenommen, als die Laterne abgeschaltet war und erhob weitere Vorwürfe. Das wiederum lässt die Stadt nicht auf sich sitzen, da der Verfasser den zuständigen Mitarbeiter in der Stadtverwaltung "persönlich angegriffen, ihn der Lüge bezichtigt und öffentlich seine Entlassung gefordert" hat.

Wörtlich heißt es: "Gegen diese unangemessene und verletzende Art und Weise, mit ihren Beschäftigten umzugehen, verwahrt sich die Stadt Amberg mit Entschiedenheit. Diese Vorgehensweise ist schlechtester Stil und der Sache selbst nicht dienlich." Der Autor "wird deshalb dazu aufgefordert, seine Vorwürfe zurückzunehmen und sich bei dem betreffenden Mitarbeiter zu entschuldigen".

Es geht um Privatweg


Die Stadt und die betroffenen Mitarbeiter legen Wert darauf, dass keineswegs "einfach ohne irgendwelche Vorankündigungen die Straßenlaternen abgeschaltet und die Anwohner im Dunkeln gelassen" worden seien. Bei der abgeschalteten Lampe handele es sich um eine Straßenlaterne, die sich auf Privatgrund befindet und nur dazu diente, einen Privatweg zu beleuchten. Weshalb diese private Leuchte an die Stromversorgung der öffentlichen Straßenbeleuchtung angeschlossen war, lasse sich vonseiten des zuständigen Baureferats nicht mehr nachvollziehen.

Diese Konstellation komme zwar auch im übrigen Stadtgebiet gelegentlich vor, allerdings sei in diesen Fällen eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Benutzer und der Stadt geschlossen worden, die den Anschluss an das öffentliche Netz regelt. Aufgrund der aktuellen Umstellung auf LED sei die Stadt darauf aufmerksam geworden, dass im konkreten Fall zwar ein Anschluss vorhanden ist, jedoch keine entsprechende schriftliche Vereinbarung existiere. Weiter teilt Susanne Schwab, Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing, mit: "Durchaus üblich ist es dann, den betroffenen Grundstückseigentümer anzuschreiben, auf den Umstand hinzuweisen und die beiden möglichen Alternativen für den zukünftigen Betrieb aufzuzeigen: entweder Abkopplung vom öffentlichen Straßenbeleuchtungsnetz und Übernahme der Stromversorgung oder kostenpflichtiger Betrieb durch die Stadt Amberg." Ziel sei es, damit eine Gleichbehandlung aller Amberger zu erreichen.

Auch im aktuellen Fall sei der Grundstückseigentümer mit Schreiben vom 25. März 2015 von dem Sachverhalt in Kenntnis gesetzt worden. Weiteren schriftlichen Kontakt habe es im Mai, September und Oktober 2015 sowie im März und April dieses Jahres gegeben. In dieser Zeit habe es auch mehrere telefonische Rückfragen durch weitere Anwohner des Privatweges gegeben. Susanne Schwab: "Der Sachbearbeiter konnte also durchaus davon ausgehen, dass auch den weiteren Nutzern der Sachverhalt bekannt war, zumal die Eigentümerfamilie der Stadt in ihrem letzten Schreiben vom 14. April 2016 mitteilte, ihre "Bemühungen, die Anwohner auf das Problem aufmerksam zu machen, seien ,nicht von großer Resonanz begleitet' worden."

Seit 3. Mai vom Netz


"Wir bedauern es sehr, dass sich keine interne Anwohner-Lösung gefunden hat", heiße es weiter in dem Antwortschreiben, aber: Verständlicherweise könne und wolle man "natürlich nicht privat und als alleiniger Anlieger die Kosten für diese Leuchte tragen". Schwab zitiert weiter: Mit einem "herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und den offenen und bürgerfreundlichen Kontakt" beendeten die Eigentümer ihr Schreiben. Nachdem auch nach über einem Jahr keine Vereinbarung habe getroffen werden können, sie die Leuchte am 3. Mai vom Netz genommen worden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.