Dreifaltigkeitsschüler in Synagoge
Begegnung baut Vorurteile ab

Die Schüler der Dreifaltigkeits-Mittelschule waren zu Gast in der Synagoge in Amberg. Begegnungen helfen dabei, Vorurteile abzubauen, sagte Rabbiner Elias Dray (hinten, Mitte). Bild: hfz

Wo feiern Juden Gottesdienst? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Achtklässler der Dreifaltigkeits-Mittelschule. Um darauf eine Antwort zu bekommen, statteten die Mädchen und Buben der Synagoge in ihrer Heimatstadt einen Besuch ab.

Im Vorfeld hatten sich die Schüler mit dem Thema "Glaube und Leben der Juden" im Religionsunterricht auseinander gesetzt und Grundwissen über die Bedeutung der Tora, Feste, Gebetsrituale oder Speisevorschriften erlangt. Von Rabbiner Elias Dray, der für die jüdische Gemeinde in Amberg zuständig ist, wurden sie empfangen. So manch männlicher Schüler war etwas überrascht, als er vor Eintritt in die Synagoge mit einer Kopfbedeckung, der Kippa, ausgestattet wurde. Rabbi Dray erklärte den Grund: "Sie soll uns daran erinnern, dass es jemand gibt, der über uns ist - Gott." Als alle in den Bänken der Synagoge saßen, trat automatisch das ein, was sowieso Vorschrift gewesen wäre: Männer und Frauen saßen getrennt, um "sich nicht gegenseitig vom Gottesdienst abzulenken", so der Rabbiner.

Anwesenheit Gottes


Nach einem Abriss zur Geschichte des Judentums lenkte der Rabbiner den Blick der Schüler auf besondere Gegenstände der Synagoge, wie etwa den siebenarmigen Leuchter, Menora genannt, das Ewige Licht, das nie ausgehen darf. Es symbolisiert die Anwesenheit Gottes. Die Bima ist ein großes Lesepult in der Mitte des Raumes, auf dem die Torarollen ausgebreitet und vorgelesen werden. DerToraschrein verbirgt sich hinter verzierten Vorhängen, in dem die handgeschriebenen Torarollen aufbewahrt werden. Diese werden nur zum Gottesdienst aus dem Schrein geholt. Eine kleinere, gedruckte Torarolle durften die Schüler anfassen. Am Ende legte sich Elias Dray den Tallit, den Gebetsmantel um. Er zeigte, dass Beten für die Juden bedeutet, sich ganz bei Gott geborgen zu fühlen, wie in einen Mantel eingehüllt.

Begegnungen wichtig


Elias Dray verdeutlichte, dass es das Beste sei, einander zu begegnen. Junge Christen, Muslime und Schüler mit keiner oder anderen Religionen seien heute einem Juden begegnet und haben sich kennen gelernt. Diese Toleranz und dass sich Einlassen auf das Andere ist der Beginn einer friedlicheren Welt. Die kleinen, aber beständigen Schritte, sind heute wichtiger denn je.

Drei Fragen an Elias DrayDie Schüler stellten Rabbiner Elias Dray Fragen.

Was bedeutet das Wort Jude?

Elias Dray: Gott danken.

Warum gibt es so viele Speisevorschriften? Ist das nicht anstrengend?

Elias Dray: Die Speisegebote haben nicht immer einen tieferen Sinn, sie zeigen aber, dass wir Gott gehorchen. Dadurch zeigen wir, dass wir Juden sind. Das ist wirklich nicht anstrengend. Es gehört einfach zu unserer Religion dazu.

Am Sabbat, dem Ruhetag der Juden, soll nicht gearbeitet werden. Streng genommen muss dann also auch das Handy ausgeschaltet bleiben. Warum ist das so, was bringt das?

Elias Dray: Der Sabbat soll uns wirkliche Ruhe geben. Wir sollen einmal nichts schaffen und nichts schöpfen sondern uns ganz darauf besinnen: Gott ist der Schöpfer.
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