Dreikönigssymposium der ÄLRD
Nach Trauma rasch in geeignete Klinik

Nicht nur bei Unfällen, sondern auch bei Stürzen können sich Menschen schwere Verletzungen zuziehen. Damit diese Patienten bestmöglichst versorgt werden, widmen sich die Ärztlichen Leiter Rettungsdienst bei ihrem Dreikönigssymposium morgen in der Hochschule der präklinischen Traumaversorgung. Archivbild: gf
 
Man darf den Patienten nicht nur in den Rettungswagen einladen und schnell in irgendein Krankenhaus bringen. Wichtig ist, dass er in die richtige Klinik kommt.

Ein Sturz von einer Leiter, vom Garagendach oder beim Kirschenpflücken im Obstbaum: Das kann genauso schwere Verletzungen verursachen wie ein Autounfall. Wichtig für Traumapatienten ist deren rasche und adäquate Versorgung. Dies ist auch den drei Ärztlichen Leitern Rettungsdienst ein großes Anliegen.

Deshalb stellen Marc Bigalke aus Amberg, Privatdozent Dr. Torsten Birkholz aus Sulzbach-Rosenberg und Dr. Michael Dittmar aus Schwandorf die präklinische Traumaversorgung in den Mittelpunkt ihres mittlerweile vierten Dreikönigssymposiums. Die Fortbildung am Samstag, 9. Januar, im Audimax der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) richtet sich an alle, die im Rettungsdienst tätig sind: Rettungsassistenten, Notärzte, Leitstellen-Disponenten, Helfer vor Ort und First Responder der Feuerwehren. Die drei Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) freuen sich laut Marc Bigalke, dass sich die regionalen Krankenhäuser (St. Marien Amberg, Barmherzige Brüder Schwandorf, Asklepios Burglengenfeld und St. Anna Sulzbach-Rosenberg) aber auch das Universitätsklinikum Regensburg und das Klinikum rechts der Isar der TU München mit Referenten in die Programm-Gestaltung einbringen.

Zeit spielt große Rolle


Für die präklinische Traumaversorgung spielt die Zeit eine große Rolle. Aber sie ist nicht der alleinige Faktor, der zählt. "Man darf den Patienten nicht nur in den Rettungswagen einladen und schnell in irgendein Krankenhaus bringen", sagt Bigalke. "Wichtig ist, dass er in die richtige Klinik kommt."

Eine immer größere Rolle spielt nach Worten des Anästhesisten auch die Gerinnungstherapie. Vor allem ältere Menschen nähmen häufig Blutverdünner. Dies sei natürlich ebenfalls bei der Versorgung von Traumapatienten zu berücksichtigen. Geschehe dies nicht, könne ein Sturz von einer Leiter, auf der Treppe, vom Garagendach oder vom Obstbaum, bei dem sich der Patient eine schwere Verletzung zuzieht, ganz schnell lebensbedrohlich für den Betroffenen werden.

Marc Bigalke und seine ÄLRD-Kollegen Torsten Birkholz und Michael Dittmar sind froh, dass sie Professor Dr. Karl-Georg Kanz von der Chirurgischen Notaufnahme des Klinikums rechts der Isar in München als Referenten gewinnen konnten. Er ist einer der Autoren der neuen S3-Leitlinie Polytrauma (Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften). Beim Dreikönigssymposium wird er auf diese Neuerungen eingehen. "Zum Beispiel, was sich beim Faktor Zeit verbessern lässt, wann eine Narkose in der präklinischen Versorgung sinnvoll ist und wann nicht."

Man darf den Patienten nicht nur in den Rettungswagen einladen und schnell in irgendein Krankenhaus bringen. Wichtig ist, dass er in die richtige Klinik kommt.Marc Bigalke, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst

Fertigkeiten trainieren


In Kurzvorträgen wird beleuchtet, was selten ist, aber dennoch auftreten kann: Flusssäure-Unfall ("Wir haben ja einige Industriebetriebe"), Reanimation von Schwerverletzten und Tauchunfall ("Murner See und Steinberger See haben eine Tiefe von mehr als 30 Metern"). Die Workshops "Invasive Notfalltechniken" und "Atemwegsmanagement bei Kindern"" runden das Angebot bei der Fortbildung ab.

Das ProgrammDas Dreikönigssymposium am Samstag, 9. Januar, beginnt um 9 Uhr im Audimax der OTH. Dr. Antonio Ernstberger (Regensburg) spricht über "Das schwere Trauma: Welcher Patient gehört in welches Krankenhaus?, daran schließt sich der Vortrag "Trauma und Blutgerinnung: Wann brauchen wir eine präklinische Gerinnungstherapie" von Dr. Winfried Glaser (Amberg) an. "Bewährtes und Neues zur S3-Leitlinie Polytrauma" stellt Professor Dr. Karl-Georg Kanz (München) vor. Weitere Vorträge halten Jens Schlör aus Amberg ("Die Traumareanimation: Wann und wie?"), Dr. Jochen Spieß aus Schwandorf ("Der Flusssäureunfall: Mehr als eine Verätzung?") und Philipp Wolf ("Der Tauchunfall: Was sagt die neue Leitlinie?"). Die beiden Workshops "Skills training invasive Notfalltechniken" (Dr. Sven Mörk aus Sulzbach-Rosenberg) und "Atemwegsmanagement bei Kindern" (Dr. Bernhard Kellner aus Burglengenfeld) beschließen das Programm. (san)
Weitere Beiträge zu den Themen: Rettungsdienst (66)Trauma (5)ÄLRD (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.