Duale Ausbildung für Asien
Amberger bringen Kolping nach China

Kevin Martin ist in China tätig und sorgt dafür, dass 27 Kolping-Bildungszentren entstehen. Bild: hfz
Amberg/Peking. Das duale Ausbildungssystem, also die Kombination aus Berufsschule und Betrieb, genießt weltweit einen guten Ruf. Auch in China sollen sich künftig junge Leute nach deutschem Vorbild entwickeln können. Insgesamt sollen 27 Kolping-Bildungszentren entstehen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich laut Kevin Martin im ersten Schritt auf etwa 20 Millionen Euro. Der 32-Jährige ist einer von zwei Ambergern, die es ermöglichen, dass der Bildungsträger deutsche Standards auch nach Asien bringt.

Der ehemalige Gregor-Mendel-Gymnasiast ist Vorstandsmitglied der EU-Handelskammer in Südwest-China und Director von German Advanced Education Limited, einer von Hongkong aus agierenden internationalen Investorengruppe, die die Kolping-Bildungszentren finanziert.

Nach Studien an den Universitäten Trier und Kopenhagen verschlug es den Sohn einer Ambergerin und eines Surinamers nach Südwest-China, wo er an einer Universität als einziger Ausländer in einer chinesischen Klasse Finanzkommunikation studierte. Dort lernte Martin auch eine Einheimische kennen, die er vor acht Jahren in Amberg heiratete und mit der er einen Sohn hat. Zusammen leben die drei heute in Frankfurt und Shenzhen, der Partnerstadt der Metropolregion Nürnberg.

Kevin Martins Onkel, Martin Gimpl , ist beim Kolping-Bildungswerken in Amberg tätig. Als beide von chinesischen Finanzinvestoren angesprochen wurden, ob sie sich vorstellen könnten, einen deutschen Bildungsträger nach China zu bringen, waren sie von dem Gedanken begeistert. Die Schulen sollen hoch qualifizierte Facharbeiter in dem Bereich der Metall- und Kfz-Berufe ausbilden. "Durch meinen Onkel sind wir zu Kolping gekommen", teilt Kevin Martin mit. Gestartet werden soll in Chengdu, wo die Amberger Siemens-Werke eine Fabrik betreiben. Im Juli kommt die erste Gruppe chinesischer Auszubildender zum Praktikum nach Deutschland.

"China und Europa und insbesondere Deutschland sind sehr wichtige Handelspartner, die sich gegenseitig brauchen. China ist auch für unsere Region von großer Bedeutung. Das Beispiel von Kolping zeigt, dass die Partnerschaft mit China unter der Voraussetzung eines fairen Zugangs zum chinesischen Markt keine Einbahnstraße sein muss", ließ Europaparlamentarier Ismail Ertug wissen.
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