Ehrungen für "Kavaliere der Straße"
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Der Großteil der neuen "Kavaliere der Straße" kam aus dem Amberg-Sulzbacher Raum. Die Geehrten versammelten sich deshalb im Gebäude der "Amberger Zeitung": Vorne von links das Ehepaar Barbara und Richard Birner, Susanne Zeibrich und Thomas Biersack. Im Hintergrund Mitglieder des Verleihungsausschusses im Medienhaus "Der neue Tag". Bild: Huber

Im Normalfall zeichnet die Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße" Verkehrsteilnehmer aus, die selbstlos in Gefahrensituationen ihren Mitmenschen beistehen. Es gibt aber auch ungewöhnliche Fälle.

/Weiden. Zur Ehrung mit Plakette, Anstecknadel und Urkunde diesmal im Gebäude der "Amberger Zeitung" stand ein Mann an, der umsichtig und selbstbewusst eine gefährliche Situation entschärft hatte. Was war geschehen? Thomas Biersack aus Weiden war im März gegen 6.35 Uhr in der Nähe des neuen Festplatzes in seiner Heimatstadt unterwegs. Kurz vor einem Supermarkt traute er seinen Augen nicht. Da trabten ihm mitten auf der Fahrbahn vier Kamele entgegen. Biersack positionierte seien VW mittig auf der Straße und betätigte die Lichthupe. Zugleich verständigte er die Polizei, wies aber darauf hin, dass es sich um keinen Scherz handele.

Straßensperre


Die Kamele machten nun kehrt und trabten über den Großparkplatz des Marktes in Richtung der vielbefahrenen Neustädter Straße/B 22. Biersack war klar, dass er die Tiere aufhalten musste. Er folgte ihnen und stellte sich mit seinem Wagen quer zur Fahrbahn. Schließlich kehrten die Ausreißer um und trotteten Richtung Festplatz, wo ein Zirkus seine Zelte aufgeschlagen hatte. Dort war das Fehlen der Tier noch gar nicht aufgefallen.

Dramatischer war die Rettungsaktion, die Barbara und Richard Birner aus Hirschau zu bestehen hatten. Eine 77-jährige Frau war von Sulzbach-Rosenberg in Richtung Autobahn unterwegs. Im Gemeindegebiet Illschwang stieß sie mit ihrem Pkw zuerst in die linke, dann in die rechte Leitplanke. Weil die ältere Dame den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatte, zog sie sich schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen zu und war zunächst nicht ansprechbar. Richard Birner rettete die Frau, die kopfüber und blutüberströmt auf dem Beifahrersitz lag, aus dem Auto. Weil Rauch aus dem Motorraum quoll, legte er die Seniorin in ausreichendem Abstand ab, überprüfte ihre Vitalfunktionen und nahm ihr die verrutsche Zahnprotese aus dem Mund. Erstickungsgefahr hätte gedroht. Barbara Birner stand ihrem Mann zur Seite und deckte die Schwerverletzte - es war November - gegen die Kälte ab.

Kälteschutz für Verletzte


Auch Susanne Zeibrich aus Schmidmühlen (Kreis Amberg-Sulzbach) hatte eine brenzlige Situation zu meistern. Im Gemeindegebiet Rieden kam es zu einem schweren und kaum erklärbaren Unfall. Ein 50-jähriger fuhr bei einer Ampel, die grün zeigte, los, steuerte nach etwa 150 Metern auf die Gegenfahrbahn und stieß dort frontal mit einem Auto zusammen, in dem ein 45 Jahre alter US-Soldat mit seiner Ehefrau und den beiden 15 und 17 Jahre alten Söhnen saß. Die Ehefrau wurde schwer verletzt, die anderen Familienmitglieder kamen mit leichteren Blessuren davon.

Susanne Zeibrich war dem US-Auto gefolgt und unmittelbare Zeugin des Unfalls. Sie half allen Verletzten in ihr eigenes Fahrzeug, schon um sie vor den Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und einsetzendem Nieselregen zu schützen. Sie harrte während der gesamten notärztlichen Versorgung der US-Amerikanerin am Unfallort aus - und das bei Februar-Schmuddelwetter.
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