Ein Expemplar in Amberg
Kommentierte Auflage von Hitlers „Mein Kampf“ gibt’s hier nur auf Vorbestellung

Rosemarie Mayr fiel es schwer, das Werk in die Hand zu nehmen. Sie war übrigens die einzige Buchhändlerin in Amberg, die überhaupt ein Exemplar der kommentierten Startauflage von Adolf Hitlers "Mein Kampf" im Regal hatte. Allerdings nur eines. "Ich bin vom Interesse regelrecht überrumpelt worden", sagte sie. Mittlerweile gebe es einige Vorbestellungen in der Buchhandlung am Schrannenplatz - ausschließlich von Privatpersonen. Sie werden die nachgedruckte Version Mitte Februar erhalten.

Schon vor dem Verkaufsstart am 8. Januar war klar geworden, dass die Auflage von 4000 Stück nicht ausreichen würde. Wegen der großen Nachfrage wird die Edition nun nachgedruckt. In jeder Amberger Buchhandlung gibt es Vorbestellungen. Bei Brigitte Müller in der Georgenstraße sind es hauptsächlich Bibliotheken oder Schulen, die das Werk ihr Eigen nennen möchten und geordert haben. "Bei der ersten Auflage habe ich mich mit Bestellungen zurückgehalten", sagte sie. Persönlich würde sie "sicher reinsehen", allein um zu wissen, was sie ihren Kunden verkauft. In der Buchhandlung Rupprecht gab es in den vergangenen Wochen zunächst keine Nachfrage bezüglich des Werkes. "Erst als der Erscheinungstermin vor der Tür stand und alle Medien darüber berichteten, ist die Nachfrage gestiegen. Einige haben es sich vormerken lassen, andere wollten einfach abwarten, bis wir es vorrätig haben, damit sie mal darin blättern können", berichtete Maria Rupprecht, Geschäftsführerin der gleichnamigen Buchhandlung. Ihrer Einschätzung nach stecken hinter den Vorbestellungen in erster Linie historisch Interessierte oder Menschen, die sich kritisch damit auseinandersetzen wollen. Sie selbst hatte das Buch bisher nicht in der Hand. Ob sie es lesen würde? "Wahrscheinlich kann man hier nicht von lesen sprechen. Man setzt sich mit dem Buch kritisch mit der Geschichte auseinander." Und, aus rein fachlicher Sicht: "Ich möchte mir ein Bild machen, wie die Historiker des Instituts für Zeitgeschichte gearbeitet haben."

Auch Maria Rupprecht hat sich im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, wie sie richtig und verantwortungsvoll mit dem Buch umgeht. "Ich denke, die Form, in der das Buch jetzt erscheint, als wissenschaftlich kommentierte Ausgabe, ist wahrscheinlich die beste. Ich hoffe und glaube, dass es so jetzt eben diesen großen Symbolwert verliert."
Ich hoffe und glaube, dass das Buch durch diese wissenschaftlich kommentierte Ausgabe jetzt eben diesen großen Symbolwert verliert.Geschäftsführerin Maria Rupprecht
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