Ein "guter Geist" ist abgetreten

Hans Hummel ist am Mittwoch im Alter von 86 Jahren gestorben. Bild:

Wenn er verschmitzt lächelnd den trotzdem warnenden Zeigefinger hob, dann hieß es "Aufgemerkt!" Dann hatte Hans Hummel Wichtiges zu sagen. Und das hatte der ehemalige Stadtheimatpfleger - in dieser Eigenschaft "stets zwischen Kimme und Korn", wie es Alt-OB-Wolfgang Dandorfer einst formulierte - durchaus immer wieder. Am Mittwoch starb Hummel im Alter von 86 Jahren.

Etwas zu erzählen, darauf verstand sich der gebürtige Amberger glänzend. Oft waren es die selbst als Bub erlebten Geschichten in der Ecke rund um Steinhofgasse, Wingershofer Tor und Roßmarkt, mal war es kundiges Wissen aus der Geschichte der Stadt.

Amberg lag ihm am Herzen. Daran hat Hummel nie Zweifel gelassen, danach hat er auch gelebt, von den ersten beruflichen Sporen im Bauhandel, über die einstige Lehrerbildungsanstalt (heute Max-Reger-Gymnasium) bis hin zum Wirken als Hauptlehrer und letztlich von 1996 bis Ende Mai 2011 als Stadtheimatpfleger. Als solcher musste er auch immer mit Kritik umgehen können.

Nicht nur Verstaubtes

Der "gute Geist" Hans Hummel ist tot, bleibt aber in Erinnerung. So wie seine Erlebnis-Führungen, die einst am Vorabend von Allerheiligen ihr Publikum begeisterten. 2006 hat er damals den Satz geprägt: "Wo man hindatscht in Amberg, datscht man auf einen Geist." Mit dieser Art von Geschichtsaufbereitung hatte er einen Weg gefunden, auch solche Menschen an Historisches heranzuführen, die dahinter nur Verstaubtes und lange Bücherregale vermuten. Entgegen kam Hummel bei der Vermittlung durchaus immer wieder seine pädagogische Ausbildung. Die einzusetzen war auch mitunter erforderlich, wenn der Rat des Stadtheimatpflegers in Sitzungen des Bauausschusses gefragt war. Dass er den steten Spagat zwischen den Wünschen von Bauherrn und den Interessen des Denkmalschutzes aus seiner Sicht schaffte, belegt sein folgendes Zitat: "Es war eine schöne Zeit, es hat keinerlei Reibereien gegeben."

Ruhig geworden

Nach der Amtsübergabe an seine Nachfolgerin Beate Wolters war es in der jüngeren Vergangenheit, nicht zuletzt auch aus gesundheitlichen Gründen, sehr ruhig um Hans Hummel geworden. Er hinterlässt seine Ehefrau Maria, mit der er seit 1953 verheiratet war sowie sechs Kinder und mehrere Enkel. Der Trauergottesdienst für ihn beginnt am Mittwoch, 21. Oktober, in der Kirche St. Michael. Hinterher ist Beerdigung im Katharinenfriedhof.
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