Ein Liebes- und Kinderglück der ganz besonderen Art
Hochzeit im Krankenhaus und einen Tag später Drillinge

Eine glückliche Familie (von links): Wolfgang Zimmermann mit Toni, Sohn Johannes, Daniela Zimmermann mit Maria und Tochter Sophie mit Luisa. Bilder: Kramer (2)
 
Jawort in der Klinikumskapelle: vorne von links Johannes (9), Daniela und Wolfgang Zimmermann und Sophie (11). Dahinter von links Stationsleiterin Selma Morasch und Dr. Ines Erhardt.

Die Hochzeits-Location kann oft nicht ausgefallen genug sein. Dass sich ein Paar für ein Klinikum entscheidet, ist dagegen eher selten. Doch Daniela und Wolfgang Zimmermann haben genau das getan. Die Krönung ihres Liebesglücks folgte gleich tags darauf - mit der Geburt ihrer Drillinge Toni, Luisa und Maria.

Bis der Weg zur Eheschließung geebnet war, brauchte es allerdings drei Anläufe, erzählt Daniela Zimmermann, deren Drillinge fast ein Vierteljahr auf der Kinderintensivstation verbringen mussten: "Ursprünglich hatten wir geplant, in Moosbach zu heiraten und dort auch schon einen Termin am Standesamt ausgemacht. Aber während meiner Schwangerschaft musste ich mehrmals für einige Wochen zur Kontrolle ins Amberger Klinikum."

Und so platzte auch Hochzeitstermin Nummer zwei. Da das junge Paar unbedingt vor der Geburt heiraten wollte, musste beim dritten Versuch alles ganz schnell gehen. "Zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass die Drillinge früher als erwartet kommen würden. Eine Ärztin der Frauenklinik gab uns den Tipp, dass es in medizinisch begründeten Ausnahmefällen möglich ist, im Klinikum zu heiraten", ergänzt Papa Zimmermann. Deshalb griff der gelernte Industriemechaniker gleich zum Hörer, um das Standesamt in Amberg zu kontaktieren. Dort zeigte Beamtin Katharina Hoffmann aufgrund der besonderen Umstände Herz und willigte ein: "Das war eine absolute Ausnahme, die wir in diesem Fall aber gerne gemacht haben."

Einige Tage später war es so weit: Gemeinsam mit Tochter Sophie (11), Sohn Johannes (9) und den engsten Familienangehörigen gaben sich Daniela und Wolfgang Zimmermann in der Klinikumskapelle das langersehnte Jawort. Die Hochzeitsnacht verbrachte das Paar auf Station E 2. "Die Pflegekräfte haben uns extra für diese Nacht ein Familienzimmer gegeben und alles ganz liebevoll mit Rosenblättern geschmückt", erinnert sich Daniela Zimmermann. Auch Klinikumsvorstand Manfred Wendl und die behandelnden Ärzte Dr. Ines Erhardt und Prof. Dr. Anton Scharl kamen vorbei, um den Frischvermählten zu gratulieren.

15 Wochen zu früh


Jetzt fehlten zum Familienglück nur noch die Drillinge. Und die ließen nicht lange auf sich warten: Am nächsten Tag um 22.56, 22.57 und 22.58 Uhr kamen Toni, Luisa und Maria zur Welt. "Damit waren sie 15 Wochen zu früh und mit 980, 820 und 700 Gramm noch so klein, dass wir sie intensivmedizinisch versorgen mussten", erklärt Dr. Andreas Fiedler, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche des Perinatalzentrums Nordostbayern am Klinikum Amberg. Hier sorgen speziell ausgebildete Hebammen, Geburtshelfer, Kinderärzte und Pflegekräfte dafür, dass die erste Zeit nach der Geburt für Mütter und früh- oder risikogeborene Kinder so komplikationslos wie möglich verläuft. So auch im Fall von Toni, Luisa und Maria.

Ganz viel gekuschelt


Als sie auf der Kinderintensivstation waren, kam Mama Daniela jeden Vormittag für mehrere Stunden. Dann wurde gemeinsam gewickelt, gefüttert und ganz viel gekuschelt. "Die Pflegekräfte haben mich super angeleitet und mir wertvolle Tipps gegeben", so die Drillings-Mama. Aber auch Papa, Oma und Opa durften mithelfen. Vor allem beim "Känguruhing". Bei dieser Methode geht es um den Haut-zu-Haut-Kontakt, der besonders wichtig für die emotionale Entwicklung der Kinder ist.

Jetzt, wo alle wieder zu Hause sind, kommt wöchentlich eine Schwester der Kinderintensivstation, um zu schauen, wie sich die Babys entwickeln. Dann wird gewogen und gemessen. Wenn alles weiter so gut läuft, steht dem ersten gemeinsamen Familienurlaub nichts mehr im Weg. Der passende Acht-Sitzer parkt bereits vor der Tür. (Angemerkt)

Die Pflegekräfte haben uns extra für diese Nacht ein Familienzimmer gegeben und alles ganz liebevoll mit Rosenblättern geschmückt.Das Paar über die Hochzeitsnacht im Amberger Klinikum
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