Einbürgerungsfeier im Rathaus
Ab sofort deutsche Staatsbürger

Eine Plastiktafel mit allen Unterschriften der Neubürger wird an einem Willkommensbaum befestigt, um an die Feier zu erinnern.
 
Sie sind seit Freitagabend nun offiziell deutsche Staatsbürger (vorne von links): Dr. Peter Schmidt aus Sulzbach-Rosenberg, Herkunftsland Ungarn; Elena Murawski aus Amberg (Kasachstan); Champoo Moebius aus Amberg, (Thailand) und Anna Rühr aus Vilseck (Rumänien). Den Akt der Einbürgerung vollzogen Landrat Richard Reisinger (hinten, links) und Oberbürgermeister Michael Cerny. Bilder: usc (2)

Aus fast allen Kontinenten der Erde stammen die Männer und Frauen, die in Amberg und im Landkreis eine neue Heimat gefunden haben und nun auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Für sie gab es eine Einbürgerungsfeier im Rathaus.

Im Beisein von Verwandten und Freunden durften Champoo Moebius aus Thailand, Dr. Peter Schmidt aus Ungarn, Elena Murawski aus Kasachstan und Anna Rühr aus Rumänien aus der Hand von Oberbürgermeister Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger das frisch unterzeichnete Dokument entgegennehmen, das sie fortan als deutsche Staatsbürger ausweist.

Für das Stadtoberhaupt war der große Rathaussaal der angemessene Rahmen für den feierlichen Akt der Einbürgerung, an dem auch Irma Axt und Dr. Reinhard Böttcher vom Bündnis für Migration und Integration mitwirkten. Geladen waren auch 31 neue Deutsche, die kürzlich eingebürgert worden waren.

Gemeinsam wolle man würdevoll und freudig mit den Neubürgern deren Bekenntnis zu Deutschland feiern, kündigte Cerny in seiner Rede an. Die Lebensgeschichten der Beteiligten seien so unterschiedlich wie die Gründe und Wege, die sie hierher in die Bundesrepublik geführt haben. Einige von ihnen, so Cerny, seien hier geboren und auch aufgewachsen. Andere seien als Arbeiter, ja auch als Führungskräfte nach Deutschland gekommen.

Freieres Leben


Cerny erinnerte aber auch daran, dass manche vor Gewalt und Unterdrückung geflohen seien, andere ein besseres, ein freieres Leben für sich und ihr Kindern gesucht hätten, wieder andere einfach dem Glück oder der Liebe gefolgt seien. Sie hätten sich bewusst für den Schritt entschieden. Cerny sprach die Hoffnung aus, dass sich viele Erwartungen erfüllen mögen. Nun Deutscher zu sein, bedeute aber auch, dass jeder ein eigenes Individuum bleibe. "Unsere persönliche Identität ist ebenso einem steten Wandel unterzogen wie eine plurale Gesellschaft", betonte Cerny. Niemand sollte im Mittelpunkt seiner Ansichten stehenbleiben. Das wäre Stagnation. Wandel und Innovation brauche auch den Einfluss von außen. Dies trifft nach Cernys Meinung sowohl auf den Einzelnen, als auch für die Gesellschaft zu. Sein Rat: "Diesen Einfluss sollten alle ohne Ressentiments gegenüberstehen. Dabei helfen Toleranz, Akzeptanz und Geduld, ein gegenseitiges Nehmen und Geben."

Landrat Reisinger unterstrich seine Freude darüber, dass die bisherigen Ausländer den Schritt gewagt haben, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. "Wir bemühen uns, dass sie sich bei uns wohlfühlen", versicherte der Landrat. Integration vollziehe sich nicht durch die Unterschrift im Dokument, sondern werde die Neubürger sicherlich noch fordern. "Der Landkreis und die Stadt Amberg sind gerne dabei behilflich", so seine Zusage. Sein Dank galt allen am Einbürgerungsverfahren beteiligten Mitarbeiter in seinem Haus. Im Laufe der Feier, die Ludmila Portnova am Klavier symbolhaft mit Stücken verschiedener europäischer Komponisten und die junge Nazli Alizanda mit zwei Liedern aus ihrer früheren Heimat Aserbaidschan umrahmten, stellten sich die vorher schon eingebürgerten Neu-Deutschen im Beisein ihrer Ortsbürger dem Publikum im großen Rathaussaal vor.

Über den ganzen Erdball


Die im Landkreis wohnenden stammen aus Thailand, Slowenien, Ungarn, Armenien, Vietnam, Kenia, USA, Marokko, Rumänien und Frankreich. Auch die Geburtsländer der in Amberg lebenden Neubürger sind quasi über den ganzen Erdball verstreut: Thailand, Kasachstan, China, Russland, Kuba, Indien, Usbekistan, Venezuela, Polen, Türkei, Mexiko und Lettland. Mit einem Laserpointer zeigten sie auf einer an die Wand projizierten Landkarte ihr Herkunftsland. Sie alle unterschrieben in teils blendend gutem Deutsch eine kleine Tafel. Diese lässt die Stadt an einem Willkommensbaum befestigen, der in der Nähe der Stadtwerke gepflanzt worden ist.
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