Einfach und genial
Kind kommt einfach mit ins Büro

Der im vergangenen Jahr innerhalb der bayerischen Gerichtsbarkeit ausgeschriebene Ideenwettbewerb "Innovative Justiz" zielte auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab - und dabei gelang dem Landgericht Amberg mit der Kids-Box der zweite Platz innerhalb der Justizbehörden des Freistaats.

Die Mitarbeiter zu motivieren, war ausschlaggebend für den Geschäftsleiter des Landgerichts, Josef Auer. Da viele weibliche Angestellte, aber auch Richterinnen, zugleich Mütter sind, kann es durchaus zu Problemen bei der Betreuung von Kleinkindern kommen, falls eine Tagesmutter wegen Krankheit ausfällt und ein Ersatz nicht gefunden werden kann.

Auers Vorschlag war einfach, aber durchaus genial, nämlich die Kleinkinder dürfen einfach mit ins Büro gebracht werden. Dafür sind Kids-Boxen angeschafft worden, die das Landgericht auch dem Amtsgericht oder der Staatsanwaltschaft überlässt. Die Box kann zusammengeklappt werden, ist dann nicht größer als eine große Mülltonne, kann kurzfristig von einem Büro ins andere transportiert werden und enthält Spielsachen oder das Notwendigste, falls einmal ganz kurzfristig ein Windelwechsel erforderlich ist. Die Kids-Box steht im Büro der Mutter, die ihr Kind im Auge hat. Die Mädchen und Buben freuen sich, dass in der Kiste plötzlich neue Spielsachen sind.

Den zweiten Platz musste sich das Landgericht mit dem Landgericht Augsburg teilen, das sich mit dem Projekt "Sitzung ohne Kinderstress" beworben hatte. Den Ideenwettbewerb hatte das Amtsgericht Coburg gewonnen. Justizbediensteten, die Angehörige pflegen, sollen Informationsveranstaltungen und Coaching zum Thema Pflege angeboten werden. Bei der Preisverteilung im Münchner Justizpalast betonte Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback, dass er sich auch außerhalb dieses Wettbewerbs für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stark machen werde.
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