Eingeschüchtert und abkassiert
Polizei warnt vor unseriösen Handwerkern

Die Polizei warnt vor ausländischen Handwerkern. Am Dienstag waren vier Männer in einem weißen Transporter mit polnischem Kennzeichen in Amberg und Umgebung unterwegs. Eine Frau bezahlte ihnen 500 Euro.

Laut Polizei drängte das Quartett die Hauseigentümerin aus dem Wagrainviertel dazu, ihre alte Dachrinne erneuern zu lassen. Bevor die Dame reagieren konnte, hatten die Männer die Dachrinne bereits abmontiert und eine neue angebracht.

Nach 30 Minuten Arbeit forderten sie 850 Euro von der eingeschüchterten Frau. Letztlich gaben sie sich mit 500 Euro zufrieden und verschwanden. Eine Rechnung stellten sie trotz Nachfrage nicht aus. Hinterher kamen der Frau erhebliche Zweifel und sie informierte die Polizei. Ob sie tatsächlich geschädigt ist, muss noch geklärt werden. Es ist jedoch fraglich, dass 500 Euro für die Leistung gerechtfertigt sind.

Mehr Glück hatte ein 88-jähriger Ammersrichter. Auch ihm boten vier Männer eine neue Dachrinne an. Diesmal für 300 Euro. Es handelt sich vermutlich um die selben Täter. Nach einem längeren Gespräch ließ sich der Senior auf das Geschäft ein. Die Handwerker tauschten eine der Dachrinnen aus. Eine Nachbarin bekam das Vorgehen mit und drohte, die Polizei zu rufen. Daraufhin packten die Unbekannten ihre Sachen und machten sich "schleunigst" aus dem Staub, schildert Polizeisprecher Dieter Muschler.

Eine Fahndung verlief bisher erfolglos. Es ist nicht auszuschließen, dass die Verdächtigen noch in der Region unterwegs sind.

Die Polizei rät: „Lehnen Sie derartige Angebote von sogenannten Wanderarbeitern lieber ab. Holen sie sich im Zweifelsfall immer ein Vergleichsangebot eines örtlichen Fachbetriebs ein. Zahlen Sie niemals Geld im Voraus. Denn in den meisten Fällen arbeiten solche reisenden Handwerker unfachmännisch. Sie verwenden minderwertiges Material und stellen überhöhte Rechnungen."
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