EMI-Forum an der OTH zur Psychoakustik
Was auf die Ohren

"Wenn keiner über den Ton redet, ist das das größte Lob." Zitat: Prof. Dipl.-Ing. Maximilian Kock

Das schreiende Kind, der röhrende Laubbläser, die brummenden Autos, das klingelnde Handy: Geräusche erzeugen Emotionen. Messbar macht sie die Psychoakustik. Sie ist in der Kommunikation, in der Automobilindustrie oder beim Design von Haushaltsprodukten von großer Bedeutung.

Das EMI-Forum an der OTH in Amberg legte am Donnerstagabend den Fokus darauf unter dem Motto "Ordentlich was auf die Ohren". Die Abkürzung EMI steht für die drei Ausbildungsrichtungen Elektrotechnik, Medien und Informatik. Seit drei Jahren, so OTH-Präsidentin Andrea Klug, gebe es die Vortragsreihe, zahlreiche Experten und Fachpublikum aus dem Audio- und Akustik-Bereich folgten der Einladung. "400 Marken erleben wir, wenn wir den ganzen Tag unterwegs sind", so Klug. Die dazugehörigen Geräusche seien dazu da, uns zu beeinflussen. Ausgelöst durch technische Neuerungen, entstanden vor 100 Jahren die ersten psychoakustischen Theorien, informierte Prof. Dipl.-Ing. Maximilian Kock.

Viele Branchen legten mittlerweile Wert auf die Psychoakustik, nicht nur Filmwissenschaften und Audioproduktionen. Ein Beispiel aus der Praxis dazu lieferte Grzegorz Sikora von der Firma Harman Lifestyle Division aus Garching, der die Entwicklung eines Sound-Systems für Autos beschrieb. Die Fahrerkabine müsse Sound für jeden Insassen so übertragen, als hätte er die Bühne direkt vor sich. Auch die Fahrzeugtypen generieren unterschiedliche Erwartungen an die Geräuschkulisse. Zum E-Fahrzeug stellte Dr. André Fiebig von Head Acoustics eine Pilotstudie vor. Untersucht wurden Bewertungs- und Akzeptanzprozesse hinsichtlich der Psychoakustik.

"Zu Beginn erklärte die Mehrheit, auf keinen Fall Zusatzgeräusche hören zu wollen", sagte der Referent. Das Ergebnis war jedoch ein anderes: Mehr Studienteilnehmer empfanden akustisches Feedback beim Beschleunigungsvorgang als angenehmer. Die technische Komponente von Sound-Systemen, insbesondere das EU-Projekt Orpheus, beleuchtete Dr.-Ing. Andreas Silzle vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen ILS in Erlangen.

Zitate"Man redet über Ton nur, wenn er schlecht ist." "Laubbläser sind deswegen so laut, weil man das Gefühl vermittelt bekommt, der Lärm bläst das Laub weg." "Mit akustischen Maßnahmen ist es nicht zu beurteilen, ob Kindergeschrei oder Straßenlärm störend ist. Da muss die Psychoakustik her." "Es hängt von meiner Hörhistorie ab, ob ich mit Kindergeschrei ein positives oder negatives Erlebnis verbinde." "Ich denke, es ist falsch, die E-Mobilität mit dem alten Sound eines Verbrennungsmotors zu verbinden. Man sollte zu dem neuen Sound stehen." Prof. Dipl.-Ing. Maximilian Kock

"E-Autos sind leise und unemotional? Stimmt nicht. Man kann sich durchaus gewagte Lösungen vorstellen." Dr. André Fiebig von Head Acoustics, Herzogenrath bei Aachen.


Wenn keiner über den Ton redet, ist das das größte Lob.Prof. Dipl.-Ing. Maximilian Kock
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