Epola Epidemie: Klinikum Amberg hat einen Notfallplan
Ebola-Notfallplan liegt bereit

Stephan Röcklein, Leiter der Hygieneabteilung - Dr. Jens Trögner, Stellvertretender Ärztlicher Direktor - Prof. Dr. Volker Groß, Chefarzt Medizinische Klinik II

Die Ebola-Epidemie scheint außer Kontrolle. Mehr als 3500 der rund 7500 infizierten Menschen sind bereits gestorben. Wie groß ist die Gefahr, dass die Seuche auch nach Amberg kommt? Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es im Stadtgebiet?

Das Klinikum ist vorbereitet. Sehr gut sogar. Rund 20 Mitarbeiter der Hygiene- und Isolierstation, der Notaufnahme, der Haustechnik und des Gesundheitsamts haben einen 16-seitigen Notfallplan erarbeitet, nun ist die dritte Version in Vorbereitung. "Es ergeben sich ja dauernd Neuigkeiten", sagt Stephan Röckelein, der als Leiter der Hygiene-Abteilung maßgeblich an den Handlungsanweisungen beteiligt ist.

Kein Anlass zur Panik

"Wir hoffen natürlich, dass kein Ebola-Fall in Amberg auftritt", ergänzt der stellvertretende Ärztliche Direktor Dr. Jens Trögner und fügt hinzu: "Nichtsdestotrotz müssen wir uns als Erstversorgungs-Krankenhaus mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen. Auch wenn wir davon ausgehen, dass es hier keinen Fall geben wird." Zu Ängsten oder gar Panik bestehe also kein Anlass, wie Röckelein deutlich macht: "Man bekommt Ebola nur, wenn man engen Kontakt zu einem Erkrankten hatte." Anstecken könne man sich nur bei Patienten, die bereits Symptome haben.

Bei Verdacht ins Krankenhaus

Prof. Dr. Volker Groß, Chefarzt der Medizinischen Klinik II, sagt ganz deutlich: "Wenn ein Verdacht besteht, muss der Patient schon in ein Krankenhaus." Doch das muss nicht automatisch St. Marien sein. Stephan Röckelein spricht davon, dass einige Erkrankte zunächst zu Hause isoliert und dort behandelt werden können, bevor sie in eines der Kompetenzzentren gebracht werden. Zu diesen gehört das Amberger Haus nicht, es müsste die Betroffenen nach München überweisen.

Schutzgrad-Zulassung des Labors

Auch die Blutproben, die letztlich die Diagnose bestätigen, dürfen nicht in St. Marien ausgewertet werden, teilt der Leiter der Hygiene-Abteilung mit: "Dafür müsste das Labor eine entsprechende Schutzgrad-Zulassung haben. Das haben die wenigsten Krankenhäuser." Die Proben müssen in ein Speziallabor, zum Beispiel nach Marburg.

Isolationszimmer in der Notaufnahme

Sollte ein Ebola-Patient in St. Marien behandelt werden und dort auch bleiben müssen, sieht der Notfallplan klare Anweisungen vor. Der Kranke müsste zuerst in das Isolationszimmer, das es in der Notaufnahme gibt. Insgesamt stehen laut Chefarzt Prof. Groß sechs derartige Räume zur Verfügung. "Im Bedarfsfall kann man aber jedes Zimmer auf- oder umrüsten. Da wäre kein Problem", versichert Stephan Röckelein und erklärt, dass das infrage kommende Personal bereits mehrere Szenarien durchgespielt hat und dies auch weiter tun wird. Zum Beispiel gleich heute, wenn der Notfall erneut durchgespielt wird.
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