Erasmus-Gymnasium lädt zum Ehemaligen-Treffen
Zurück zur Alma Mater

 

Nach den Frisuren zu urteilen, stammt das Klassenfoto, das im Büro von Peter Seidl hängt, aus der Zeit um 1970. Der EG-Direktor selbst ist darauf - als forscher EG-Abiturient. Auch Johannes Maria Lang und Wolfgang Schmalzbauer. Bald spielen die drei wieder eine Hauptrolle.

Seidl als treibende organisatorische Kraft hat sie seinen Klassenkameraden zugedacht, wenn am Samstag, 23. Juli, in der altehrwürdigen Anstalt das Ehemaligenfest des Erasmus-Gymnasiums über die Bühne geht. Lang, inzwischen Militärpfarrer a. D., zelebriert dann den Festgottesdienst. Der promovierte Jurist Schmalzbauer, bis vor kurzem Präsident des Amberger Landgerichts, hält als Vorsitzender des Festkomitees die Hauptansprache.

30 Jahre gab es am EG schon kein großes Absolvententreffen mehr, insgesamt nur sieben seit der Premiere im Jahr 1847. In all diesen Fällen war die Rückkehr zur Alma Mater als "Studiengenossenfest" tituliert, was im Jahr 2016 wohl zu verstaubt wirkt, um wieder aufgenommen zu werden. Peter Seidl, der seinen Ruhestand schon im Blick hat, ist die Vorfreude auf das "große Klassentreffen" anzumerken. Natürlich will er damit PR für die Schule machen, neue Mitglieder für die Vereinigung der Freunde des EG gewinnen. Aber ein bisschen Sentimentalität scheint auch immer durch, wenn Seidl erzählt, was geplant ist und wie es sich von den Treffen früherer Jahre unterscheidet.

Deren Teilnehmerlisten waren allesamt "ein Who's who all derer, die es als Absolventen des Amberger Gymnasiums zu Rang, Namen, Titeln und anerkannten Leistungen gebracht haben", formuliert es Seidl. Er hat nachgeforscht, wie die Feste abliefen:

1847

Am Vorabend der Revolution von 1848 konnte die Obrigkeit der Idee eines Treffens aller Oberpfälzer Studierenden in Amberg wenig abgewinnen. Deshalb durften nur die Absolventenjahrgänge bis 1826 kommen. 281 Teilnehmer waren trotzdem "eine für die damaligen Verkehrsverhältnisse sehr beachtliche Zahl" (Seidl). Teil des Programms war die Grundsteinlegung des Marienspitals (heute das Klinikum St. Marien).

1879

485 Teilnehmer reisten überwiegend mit der Eisenbahn an und feierten einen Gottesdienst mit ihrem ehemaligen Mitschüler Ignatius von Senestréy, dem Bischof von Regensburg.

1904

380 Teilnehmer zwischen Gartenfest im Malteser und zum Abschluss einem "Frühschoppen am Berg, der bis zum späten Nachmittag dauerte".

1929

OB Eduard Klug hieß 470 "liebe Studiengenossen" euphorisch willkommen: "Wie lange habt Ihr Euch nicht mehr getummelt in jugendlicher Abenteuerlust auf den Plätzen und winkeligen Gässchen unserer Stadt? ... Noch harrt ein gut Teil alten Pflasters voll Verlangen darauf, von Euch betreten zu werden. Auch steht noch der Berg und wird Euch wieder sehnsuchtsvoll umfangen."

1954

Laut Seidl ein besonders interessantes Fest, "weil sich hier die Generation traf, die dem Krieg entkommen war". Die städtische Öffentlichkeit war jetzt nicht mehr eingebunden.

1976

Hier ging man vom 25-Jahres-Turnus ab, um gleichzeitig das 350-jährige Bestehen des Erasmus-Gymnasiums zu feiern. Prominentester Gast war Kultusminister Hans Maier.

1986

Die Einweihung der neuen Sporthalle lieferte den Anlass für ein neuerliches Studiengenossenfest nur zehn Jahre nach dem letzten.

Über 200 Anmeldungen hat das Festkomitee für heuer schon. Seidl rechnet für das Treffen mit 1200 Gästen. "Wir bringen aber auch 1500 unter." Was auch immer auf die Schule zukommt - in der erwarteten Spannweite zwischen den Abiturienten des Jahres 2015 und denen, die hier vor 60 Jahren oder mehr abgingen -, Seidl ist sich sicher, dass er den Standardsatz aller Besucher schon kennt: "Es hat sich fast nichts geändert."



Wie lange habt Ihr Euch nicht mehr getummelt in jugendlicher Abenteuerlust auf den Plätzen und winkeligen Gässchen unserer Stadt? ... Noch harrt ein gut Teil alten Pflasters voll Verlangen darauf, von Euch betreten zu werden.OB Eduard Klug wurde 1929 bei der Begrüßung der Ehemaligen etwas sentimental


Das ProgrammFreitag, 22. Juli

ab 16 Uhr: Teilnahme der Ehemaligen am Schulfest. Das EG will sich dabei in seiner ganzen Lebendigkeit präsentieren.

Samstag, 23. Juli

10 Uhr: Festgottesdienst in der Georgskirche.

11 Uhr: Festakt im Kongregationssaal mit Ansprache von Landgerichtspräsident a. D. Dr. Wolfgang Schmalzbauer.

13 Uhr: Mittagessen in der Schule (Anmeldung erforderlich).

anschließend: gemütliches Beisammensein im Schulhaus bzw. im Schulhof mit kleinem Programm.

Anmeldungen nimmt Studiendirektor a. D. Eckhardt Walter entgegen (eckes.walter@gmail.com).
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