Erlanger Unitage:
Kritischer Blick auf Big Data

Professor Dr. Georg Glasze spricht am Dienstag bei den Erlanger Unitagen über Big Data. Bild: hfz

Um Big Data geht es bei dem nächsten Vortrag der Erlanger Universitätstage. Ob Navigation oder Buchung eines Hotels: Für alltägliche Aktivitäten greifen wir auf Software-Anwendungen zurück, die große Mengen an Geodaten verarbeiten.

In der Reihe der Erlanger Universitätstage, die unter dem Motto "D@tenflut" stehen, kommt am Dienstag, 23. Februar, Professor Dr. Georg Glasze in den großen Rathaussaal. Er spricht um 19.30 Uhr über "Wie Big (Spatial) Data und Crowdsourcing uns alle zu Kartographen machen - ob wir wollen oder nicht". Big Data ist zu einem großen Teil Big Spatial Data. Protokolle der Telekommunikation, Sensoren der Verkehrsmessung, GPS-Geräte und Fernerkundungssatelliten liefern alle Daten mit räumlichen Bezügen.

Wie wir in der Welt agieren


Volumen und Dynamik dieser Geodaten ermöglichen zahlreiche neue Dienstleistungen: Für alltägliche Aktivitäten wie eine Hotelbuchung oder Navigation greifen wir auf Software-Anwendungen zurück, die riesige Mengen an Geodaten verarbeiten. In zunehmender Weise prägt Big Spatial Data damit, was wir über die Welt wissen und wie wir in der Welt agieren, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt.

Es wäre jedoch naiv, Big Spatial Data einseitig als Zuwachs an geographischem Wissen zu bejubeln. Daten entstehen immer in spezifischen sozialen und sozio-technischen Kontexten, werden von diesen ungleichen Kontexten geprägt und reproduzieren Ungleichheiten. Notwendig erscheint also ein kritischer Blick auf die Prozesse der Herstellung und Nutzung von Big Spatial Data.

Diese kritische Auseinandersetzung erscheint nicht zuletzt deswegen notwendig, aber gleichzeitig schwierig, weil ein großer Teil dieser Geodaten verschlossenes Eigentum von Privatunternehmen ist und die Verarbeitung dieser Daten in schwer zugänglichen Algorithmen erfolgt. Professor Dr. Georg Glasze studierte Geographie mit den Nebenfächern Soziologie, Öffentliches Recht, Physik und Biologie an den Universitäten Mainz und Dijon. Nach einer Promotion in der geographischen Stadtforschung zu "gated communities" im Libanon war er 2005 Postdoc-Stipendiat an der Maison de Sciences de l'Homme in Paris.

Lehrstuhlinhaber seit 2009


2008 habilitierte er sich mit einer Arbeit zur diskursiven Konstitution der Frankophonie als Weltregion. Seit 2009 hat er den Lehrstuhl für Geographie (Kulturgeographie) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg inne. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stehen Ansätze der Kultur- und Sozialgeographie, die auf die "Gemachtheit" von Geographien abheben. Zentrale Fragestellung ist, wie gerade bestimmte Räume abgegrenzt, bewertet, institutionalisiert, sozio-technisch konstituiert werden. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist eine halbe Stunde früher. Der Eintritt ist frei.
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