Erzählcafé zum Thema Ankommen
Großteil freundlich und offen

Sylvia Benjamin (Dritte von links) von der Asylsozialberatung des Caritasverbandes Amberg-Sulzbach freute sich über die Resonanz auf das erste interkulturelle Erzählcafé. Bild: ads

Das erste Erzählcafé öffnete zur interkulturellen Woche - überraschend groß war der Zuspruch. Kein Wunder, denn das Thema Ankommen betraf nicht nur Flüchtlinge.

Zu der Veranstaltung, die der Caritasverband Amberg-Sulzbach, die Katholische Erwachsenenbildung und das Evangelische Bildungswerk organisiert hatten, hieß Sylvia Benjamin von der Asylsozialberatung der Caritas die Besucher willkommen.

Aus Syrien und dem Irak


Sie erklärte, dass das Erzählcafé unter dem Titel Ankommen stehe. Dies sei ein Thema, "das nicht nur Flüchtlinge betrifft, sondern alle Menschen". Es gebe immer wieder Situationen des Ankommens. Sie freute sich über die Resonanz auf dieses Angebot. Rund 20 Teilnehmer hatten sich um den runden Tisch versammelt, darunter Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan und der Ukraine, eine Spätaussiedlerin aus der ehemaligen Sowjetunion, aber auch Menschen, die keinen Migrationshintergrund haben, aber innerhalb der Bundesrepublik umgezogen sind. Manche der Anwesenden zogen es vor, nur zuzuhören - anfangs zumindest. Denn später hatte fast jeder selbst etwas beizutragen.

Im Laufe des Abends entdeckten die Teilnehmer viele Parallelen ihrer Geschichten und Erfahrungen, aber auch viele Unterschiede. "Das Ankommen ist immer dann leichter, wenn man die Menschen bei sich hat, die einem wichtig sind": Darüber waren sich alle einig.

Das betrifft nicht nur Flüchtlinge, sondern alle Menschen. Denn im Leben gibt es immer wieder Situationen des Ankommens.Sylvia Benjamin über das Thema Ankommen

Ein junger Mann berichtete, dass er sich in Deutschland von Anfang an wohl gefühlt habe. So richtig ankommen könne er aber erst, seit Frau und Kinder wieder bei ihm sind. Ein anderer beschreibt sich selbst als sehr lebensfrohen, aktiven Menschen. Er sagte, das Ankommen sei bei ihm sehr schnell gegangen, da er sich sehr kurz nach seiner Ankunft bereits verliebt habe.

"Um ankommen zu können, muss auch ein Gefühl von Zugehörigkeit entstehen", meinten die Teilnehmer an der Gesprächsrunde. Als oft nicht einfache Aufgaben, die zunächst bewältigt werden müssten, gaben die Anwesenden an, die Sprache zu erlernen sowie eine Arbeitsstelle und neue Freunde finden. Auch von verletzenden Erlebnissen im Zusammentreffen mit Einheimischen, von Diskriminierung, Vorurteilen und Ausgrenzung berichteten sie. Allerdings stellte man fest, dass diese Erfahrungen auch häufig von Menschen ohne Migrationshintergrund gemacht würden. "Der Großteil der Menschen kommt einem aber hier freundlich und offen entgegen", erklärte einer der Gäste.

Regelmäßiges Erzählcafé


Eine Frau berichtete von einem Rat, der ihr vor vielen Jahren kurz nach der Ankunft gegeben worden sei: "Gehe zu den Menschen, die nett zu dir sind, die anderen lasse einfach stehen." Diese Aussage konnten wirklich alle Anwesenden unterstreichen. Als der gemeinsame Abend nach über zwei Stunden zu Ende ging, beschloss man, ein solches Erzählcafé regelmäßig zu veranstalten.
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