Es heißt wieder: Rama dama!
Auch kleinste Fetzen chancenlos

Mit vollem Eifer suchten die Grundschüler auch in den Büschen. Der Erfolg von diesem Griff ins Geäst: Eine Glasflasche mit milchigem Inhalt. Bilder: pinl (2)

Ab sofort sollten viele Straßen und Wege einen deutlich saubereren Eindruck machen: Mit Handschuhen und Eimern ausgerüstet, durchkämmen etwa 800 Kindergartenkinder und Schüler ihre Heimatstadt - und lassen selbst den kleinsten Papierfetzen im Gebüsch nicht liegen. Den Rama-dama-Auftakt machte gestern die Albert-Schweitzer-Schule.

"Müll, Müll, Müll! Ja, wir sind die Saubermacher!", sang die Klasse 1 b zur Einstimmung. Pünktlich zur ersten Stunde um 8 Uhr stellten sich die 299 Albert-Schweitzer-Grundschüler mit ihrem Equipment vom Amt für Ordnung und Umwelt auf. Nach dem Schlachtruf "Auf geht's, Amberg, rama dama", entließ Rektorin Marion Weigl ihre Schützlinge zusammen mit den Klassenleitern in die jeweiligen Sammelgebiete. Die Klasse 1 a und Lehrerin Anke Fischer kümmerten sich zum Beispiel um die Straßen und Zäune rund um das Schulhaus.

Bereits nach der ersten Biegung um den Vorplatz waren die Mädchen und Buben vom Such-Fieber gepackt und mit dem Saubermach-Virus infiziert: Mit vollem Körpereinsatz krabbelten sie um die Büsche am Zaun der Schule und streckten sich nach dem Abfall, den andere zuvor achtlos weggeworfen hatten. Und was es da nicht alles zu finden gab: "Schaut mal, ich habe eine Colaflasche gefunden, die noch halbvoll ist", rief Marlon aufgeregt in die Runde.

Neben einem Müllcontainer am Straßenrand stand sogar ein ausgebauter Heizungkörper. "Wer stellt die denn da hin?", fragten sich auch die Grundschüler. Die vielen Plastiktüten und Schokoriegel-Verpackungen präsentierten sie stolz ihrer Lehrerin, die erklärte: "Es geht nicht darum, wer am meisten findet, sondern darum, dass wir gemeinsam aufräumen." Nach einer Stunde waren die bunten Eimer der Erstklässler voll. Alles in einen großen Müllsack gepackt und gründlich die Hände gewaschen, dann ließen sich die fleißigen Aufräumer die von der Abfallberatung der Stadt gespendete Brotzeit schmecken. Die Breze ohne Verpackungsmüll, versteht sich.

Rote Karte für alle UmweltverschmutzerBürgermeister Martin Preuß bekräftigte: "Ihr seid für eine gute Sache unterwegs." Mit der Rama-dama-Aktion wolle man in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für Sauberkeit schaffen. Das Aufräumen sei zudem eine Rote Karte für Menschen, die Müll achtlos wegwerfen.

Fünf Kindertagesstätten (Luitpoldhöhe, St. Michael, Erlöserkirche, Gailoher Kieselsteinchen, St. Josef) und sieben Schulen machen mit: Willmannschule, Dreifaltigkeitsschule, Max-Reger-Gymnasium, Luitpold-, Albert-Schweitzer- und Schönwerth-Realschule.

Kerstin Seuß von der städtischen Abfallberatung war ebenfalls zum Rama-dama-Auftakt gekommen und sagte, dass der Unrat von der Firma Schmidt & Zweck entsorgt wird. Wie viel Müll die Kinder dann von den Straßen und Wegen geholt haben, steht am Freitag fest. (pinl)
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