Feuerwehr übt im speziellen Container
Wenn Rauchgas explodiert

Im Einsatz gefürchtet, im Übungscontainer unter gesicherten Bedingungen simuliert: Wie eine Rauchgasdurchzündung, der sogenannte Flash-Over, entsteht und was Feuerwehrleute dann tun müssen, trainieren derzeit Atemschutzgeräteträger aus Stadt und Landkreis in einer speziellen mobilen Anlage im Hof der Amberger Feuerwache. Bilder: Hartl (3)

Feuerwehrleute fürchten den Flash-Over. Zum Glück erleben ihn im Einsatz die wenigsten. Aber wenn es so weit ist, sollten sie wissen, was zu tun ist. Dafür gingen Atemschutzträger aus Amberg und dem Landkreis gestern in den Container.

Das Phänomen mit dem englischen Namen ist für die Feuerwehr brandgefährlich. Im wahrsten Sinn des Wortes.

Es beschreibt, was passieren kann, wenn aus einem kleinen Initialfeuer - etwa durch eine Zigarettenkippe - in einem Raum ganz plötzlich ein Vollbrand wird. "Die Luftfeuchtigkeit wird rausgekocht, das brennende Material gast aus, starker Rauch entwickelt sich, das Feuer erlischt fast", so beschreibt Matthias Hofmann von der Amberger Feuerwehr das verhängnisvolle Szenario "Wenn dann plötzlich Luft dazu kommt", etwa weil die Feuerwehr eine Tür öffnet oder die Hitze ein Fenster zerbersten lässt, dann kann das entstandene Gas zünden. Und die Helfer mit Flammen umzingeln.

Wie man gar nicht erst in diese Lage kommt und was man tut, wenn es doch passiert, trainiert die Amberger Wehr diese Woche mit Hilfe eines speziellen Brandübungscontainers. Der gehört dem Landesfeuerwehrverband und ist mit Ausbildern der Firma Dräger in ganz Bayern unterwegs, um Einsatzkräfte zu schulen. Erstmals hatte auch die Amberger Wehr Gelegenheit, diese Anlage zu nutzen. Fast alle ihrer rund 50 Atemschutzgeräteträger absolvieren das Training, freie Plätze füllen Interessenten aus den Wehren im Landkreis.

Theoretisch kennt jeder Feuerwehrmann diese Gefahr - sie in der Praxis zu erleben, ist aber etwas ganz anderes. Möglich macht das ein ausgeklügelter Mechanismus: Er verursacht im Container eine Rauchgasdurchzündung. Die sei im Einsatz "eher selten, die Tendenz ist aber zunehmend", weiß Stadtbrandrat Bernhard Strobl: Das Phänomen komme immer öfter vor, seit die Wohnungen besonders gut gedämmt sind.

"Für uns ist das fatal", erklärt Strobl das Problem: "Wenn sich Rauchgas entzündet, stehst du auf einmal mitten im Feuer." Ambergs FFW-Chef spricht aus Erfahrung: Bei einem Wohnhausbrand am Eisberg hat er schon einmal einen solchen Flash-Over erlebt. "Wir hatten Glück. Wir konnten uns in Deckung bringen." Wie man das macht, den brennenden Rauch löscht und den Raum herunterkühlt, gehört zum Übungsprogramm. Dabei konnten die Teilnehmer auch spezielle Schläuche ausprobieren: Sie versprühen das Wasser feiner, verteilen es dafür aber breiter als die klassischen Modelle.
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