Frieden im Herzen

An die Zeit, als er Kind war, erinnerte sich OB Michael Cerny bei der vorweihnachtlichen Feier in der Kapelle des Klinikums. Er sei damals empfänglich für die Botschaft der Krippe gewesen. Kinder seien das auch heute, wenngleich der Fokus sich mehr auf spektakuläre Dinge richte.

In St. Marien haben Menschlichkeit und Miteinander einen hohen Stellenwert, betonte er. Zum Jahresabschluss dankte er dafür allen Mitarbeitern des Klinikums. Barbara Bock, Mitarbeiterin der katholischen Klinik-Seelsorge, und Pfarrer Heinrich Arweck machten sich vorweihnachtliche Gedanken und erinnerten an "Heiland reiß den Himmel auf". Dieses Lied soll in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges entstanden sein, "als man sich abgeschlachtet hat, als die Hexenverfolgung ihren Höhepunkt erreicht". Auch heute sei die Welt nicht in Ordnung, sagte Barbara Bock. "Unrecht, Gewalt und Friedlosigkeit schreien zum Himmel, aber daran dürften wir uns einfach nicht gewöhnen."

Das Kind in der Krippe


Für die Erlösung würden sich alle Religionen interessieren, so Pfarrer Heinrich Arweck. Lange Zeit vor Christi Geburt sei vorhergesagt worden, dass einer kommen werde, der aufräume. Ein Skandal sei es für die Herrschenden gewesen, als das Kind mit der Krone in der Krippe lag. Ein Skandal sei es gewesen, als gut 30 Jahre später ein junger Mann gekreuzigt wurde. Christen würden Jesus Christus immer als ihren mächtigen König verehren. Niemand werde Frieden finden, wenn er nicht Frieden im eigenen Herzen habe.

Wer Christus intensiv zuhöre, werde in seinem Herzen Erlösung finden. Nach dem lebendigen Krippenspiel der Suche nach einer Herberge meinte Pflegedirektorin Kerstin Wittmann, dass derzeit nichts aktueller sei: Herberge bedeute, zu Hause anzukommen und in Sicherheit leben zu können. Niemand verlasse freiwillig seine Heimat und begebe sich auf eine lebensgefährliche Reise ins Ungewisse, wenn in dieser Heimat nicht das eigene Leben und das der Familie bedroht sei. "Wir sollten den Flüchtlingen bei uns einen Neuanfang ermöglichen", erklärte sie. Klinikumsvorstand Manfred Wendl regte mit einer Geschichte zum Nachdenken an - er erzählte vom kleinen Georg, der nach dem Krieg zu Weihnachten nicht in einer warmen Stube saß, sondern in einem Flüchtlingszug. Ein Hindenburglicht - ein flaches, mit Wachs gefülltes Schälchen aus Pappe, aus dem ein Docht hervorragte - und ein Schal gaben ihm ein bisschen Wärme. Nicht auf die Wenigen sollten wir schauen, denen es vermeintlich besser gehe als uns, sondern auf die vielen Menschen, die unter schlechteren Bedingungen als wir leben müssen, sagte Wendl. Dankbar sollten wir sein über die zu enge Hose, bedeute sie doch, dass wir genug zu essen haben. Wendls Dank galt den Mitarbeitern des Klinikums, die sich häufig bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit für die Patienten einsetzen.
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