Fünf Mehrlingsgeburten binnen weniger Wochen
Drillingsboom am Klinikum

Bayernweit steigt die Zahl von Zwillings- und Drillingsgeburten, wie eine Auswertung des Landesamtes für Statistik zeigt. Bild: dpa

Die Wahrscheinlichkeit, mit drei Kindern gleichzeitig schwanger zu werden, liegt bei 1:7000. Da wirbelt Amberg die Statistik gerade ganz schön durcheinander. Im Klinikum warten drei Frauen auf die Entbindung von Drillingen.

Im vergangenen Jahr gab es am Klinikum St. Marien gar keine Drillingsgeburt, heuer bisher erst eine. In der Nikolaus-Woche kamen die drei Babys der Familie Winkler aus Höhengau zur Welt (wir berichteten). Eine zweite Drillingsgeburt ist noch in diesem Jahr zu erwarten. Wenn alles klappt, wird das Statistik-Soll für 2016 bereits nach wenigen Tagen übererfüllt sein, denn für die ersten Wochen des neuen Jahres sind gleich drei Drillingsgeburten geplant.

Nach der 35. Woche


Die Leiterin der Geburtshilfe, Oberärztin Dr. Ines Erhardt, ist guter Dinge. "Für einen idealen Start ins Leben ist alles vorbereitet", sagt sie. Die Schwangerschaften seien soweit fortgeschritten, dass das Risiko für Komplikationen gering ist. "Trotzdem bleiben Mehrlingsgeburten auch Risikogeburten." Angestrebt werde bei Drillingen in der Regel ein Kaiserschnitt nach der 35. Woche. Das Perinatalzentrum sei auf die anstehenden Operationen vorbereitet - auch wenn sie relativ kurz hintereinander erfolgen sollten. Das Klinik-Personal hilft nicht nur bei der Geburt, es betreut die Eltern auch davor und danach. "Für die Familien ist das Ganze natürlich sehr anstrengend", unterstreicht Dr. Erhardt.

Erfolgreiche Behandlung


Die Häufigkeit von 1:7000 bezieht sich auf die biologische Bildung von Drillingen. Dass die Zahl der Mehrlingsgeburten steigt, hängt auch mit der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit zusammen, die im Kinderwunschzentrum in Amberg seit 2007 angeboten wird. (Angemerkt)

Zahl der Mehrlingsgeburten steigtDie Zahl der Mehrlingsgeburten hat in ganz Bayern zugenommen. Unter den 112 073 geborenen Babys im Jahr 2014 seien insgesamt 2185 Mehrlingsgeburten gewesen, heißt es in einer Zusammenstellung des Bayerischen Landesamts für Statistik. Damit war im vergangenen Jahr jede 51. Geburt eine Mehrlingsgeburt. Von den 4414 Mehrlingskindern waren 4282 Zwillinge und 132 Drillinge. Eine Vierlingsgeburt oder eine noch höhere Mehrlingsgeburt gab es der Behörde zufolge 2014 nicht. Der Anteil der Mehrlingskinder steigt seit Jahren. Im Vorjahresvergleich nahm die Zahl der Mehrlingskinder um 9,7 Prozent zu. Noch im Jahr 1980 kamen auf 1000 Kinder nur 18 Mehrlingskinder.

Als mögliche Ursache für den Anstieg gibt das Landesamt an, dass immer mehr Frauen immer später Mütter würden. Mit zunehmendem Alter steigt biologisch die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft. Die Mütter von Mehrlingen waren im Schnitt eineinhalb Jahre älter als Mamas von Einzelgeborenen (31,4 Jahre). Des Weiteren seien Mehrlingsschwangerschaften eine häufige Begleiterscheinung künstlicher Befruchtungen. (upl/dpa)
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