Für den Bergsteig brechen neue Zeiten an
Abrissbagger kommen im Mai

Das Votum war eindeutig und überraschte nicht: Die Bewohner des Bergsteigs wollten den markanten Rundbau aus den 50er Jahren im Herzen des Viertels erhalten. 175 Bürger aus dem Stadtteil beteiligten sich von Juli bis September 2012 an einer Umfrage des dortigen CSU-Ortsverbands, 116 votierten für den Fortbestand des Gebäudes, 59 wollten seinen Abriss, der mittlerweile beschlossene Sache ist. Bild: Petra Hartl

Für den Bergsteig brechen neue Zeiten an: Der Bauausschuss hat fast auf den Tag genau vor zwei Jahren einen Bebauungsplan für das sieben Hektar große Areal zwischen Rosenthalstraße und Sportheim beschlossen. Erste sichtbare und markanteste Folge - der Rundbau muss weg.

Der Blick geht zurück in den Januar 2014, als der Bebauungsplan "Bergsteig Mitte II" auf Zustimmung stieß. Er sieht auf den Brachflächen zwischen Breslauer- und Rosenthalstraße 44 Baugrundstücke für Einfamilienhäuser vor. Im nordöstlichen Bereich liegen die Grundstücksgrößen zwischen nur 400 und 500 Quadratmetern. Dadurch soll gewährleistet werden, dass das Bauland für Familien erschwinglich bleibt.

Der Rundbau ist leer und ist bereit für den Abriss. Das Problem, wer wo wohnen soll, hat sich erledigt.Stadtbau-Geschäftsführer Maximilian Hahn

Der Verkauf soll über die Stadtbau GmbH zu den Konditionen des städtischen Baulandprogramms erfolgen. Der markanteste Eingriff in die bestehende Struktur wird der Abriss des maroden Rundbaus sein. Bei den Bewohnern sorgte diese Nachricht vor 24 Monaten für Sorgenfalten. Teilweise befürchteten sie, auf der Straße zu stehen. Stadtbau-Direktor Maximilian Hahn beruhigt die Gemüter: "Der Rundbau ist leer und ist bereit für den Abriss. Das Problem, wer wo wohnen soll, hat sich erledigt." Alle fünf noch verbliebenen Mieter seien mittlerweile umgezogen. Hermann Ehbauer, der bei der Stadtbau für die Mietwohnungen zuständig ist, bestätigt auf Nachfrage: "Alle sind am Bergsteig geblieben. Und alle haben bessere Wohnungen bekommen."

Selbst als der Abriss des Rundbaus noch nicht zur Diskussion stand, waren nur 13 der 62 Einheiten belegt. Das war im Juli 2012, als der CSU-Ortsverband im Quartier eine Umfrage zur Zukunft des Rundbaus gestartet hatte. Die Mehrheit wollte das Wahrzeichen des Viertels erhalten, aber nicht um jeden Preis.

Alle sind am Bergsteig geblieben. Und alle haben bessere Wohnungen bekommen.Hermann Ehbauer über die letzten Rundbau-Bewohner

Nun ist der Abriss beschlossene Sache, die Bagger rücken laut Hahn in der ersten Jahreshälfte an. Voraussichtlich im Mai. An dieser Stelle der Rosenthalstraße sieht der Bebauungsplan sieben Parzellen für Einfamilienhäuser im Mix mit Dienstleistern vor. Derzeit, so Hahn, würden Gespräche und Verhandlungen geführt, wer als Investor infrage kommen könnte. Die Stadtbau sieht sich laut ihrem Direktor nicht überall in der Pflicht: "Die Einzelparzellen werden wir wohl mehrheitlich zum Verkauf anbieten." Bei den Doppel- und Reihenhäusern werde die städtische Tochtergesellschaft dagegen die Regie übernehmen, weil nur so ein einheitliches Bild garantiert werden könne. Doch zuvor müsste das Areal noch erschlossen werden. Maximilian Hahn geht nicht davon aus, dass das heuer noch der Fall sein wird.
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