Für Katzen eine gefährliche Krankheit
Schnupfen zerstört Katzenaugen

Dr. Bernd Lukas behandelt in seiner Fachpraxis für Kleintiere viele Katzen mit Immunschwäche-Krankheiten. Katzenschnupfen kommt häufig vor.
 
Bei Kater Moritz hat der Katzenschnupfen zu einer Hornhauttrübung geführt. Wenn die Krankheit zu spät behandelt wird, kann das Bakterium sich durch die sieben Hornhautschichten des Katzenauges fressen und das Gewebe auflösen. Das sieht dann so aus wie bei Kater Max. Bilder: Petra Hartl (3)

Klingt gar nicht so gefährlich: Katzenschnupfen. Kann die Tiere aber ihr Augenlicht kosten. Im Amberger Tierheim ist das eine Krankheit, mit der die Helfer jeden Tag zu tun haben. Dabei wäre die Vorbeugung gar nicht schwer.

"Es ist vor allem ein Problem der wildlebenden Katzen", sagt Sabine Falk, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Und damit wird es zum Problem des Tierheims, denn die Fundkatzen, die hierher kommen, sind meist solche Streuner - und zu 90 Prozent krank, wie Sabine Falk schätzt. "Gesunde Tiere könnte man wahrscheinlich gar nicht fangen, die erwischt man nicht."

Gewebe löst sich auf


Das heißt, die Krankheit ist bei den Tieren meist schon in einem fortgeschrittenen Stadium, ehe die Behandlung einsetzt. Die Folge sind dauerhafte Schäden und Narben an den Schleimhäuten, die bis hin zur Blindheit oder gar zur Auflösung des Gewebes im Auge gehen können.

Der Katzenschnupfen ist also keineswegs so harmlos wie der Schnupfen bei Menschen. Gemeinsam haben die beiden Formen, dass sie - oft bei Kälte und damit bei kühleren Schleimhäuten - die Atemwege und die Schleimhäute des Kopfes befallen können und dass sie ansteckend sind. Auch als Übertragung von der Katze zum Menschen? Nein, sagt Fachtierarzt Dr. Bernd Lukas, der viele der Katzen aus dem Tierheim behandelt, "gesunde Menschen sind da wenig gefährdet. Natürlich sollte man vorsichtig sein, aber wenn man die normale Hygiene beachtet, dürfte das ausreichen." Also zum Beispiel, dass man Kleinkinder nicht mit einer verschnupften Katze schmusen lässt. Sein Praxisteam habe fast jeden Tag mit dem Thema zu tun. "Und uns passiert nichts."

Laut Lukas entsteht Katzenschnupfen durch Viren, die zu einer Abwehrschwäche führen, wodurch dann die Bakterien auf den Schleimhäuten überhandnehmen. Die Infektion geschieht typischerweise bereits durch schlecht ernährte und kranke, nicht entwurmte (und also immungeschwächte) Muttertiere, die ihre Jungen anstecken. Zum Beispiel durch den direkten Kontakt oder durch Anniesen. "Und bei den kleinen Katzen, die unterernährt und verwurmt sind, kann der Katzenschnupfen ihr Leben lang immer wieder kommen." Das kann dazu führen, dass die dabei entstehenden Narben eine Durchblutung der Nasenschleimhäute verhindern, was wiederum die Abwehrkraft so herabsetzt, dass die Tiere einen chronischen Schnupfen bekommen.

Impfung hilft


"Es ist wichtig, dass Katzenschnupfen so schnell wie möglich behandelt wird", sagt Dr. Lukas, "damit keine tiefen Narben entstehen. Wenn man die Krankheit rechtzeitig behandelt, ist die Chance, dass es in ein paar Tagen ausheilt, gut." Als optimale Basis betrachtet es der Veterinär, wenn das Muttertier geimpft ist. "Dann enthält die Muttermilch Antikörper und die Jungen können nicht erkranken." Etwa ab der achten Lebenswoche seien aber keine Antikörper mehr da und die Kleinen somit mehr oder weniger schutzlos. Dann helfe die Impfung weiter, die Experten auch für Katzen empfehlen, die nur im Haus leben. Letztlich also für jede Katze.

"Sehen jeden Tag das Leid"


Sabine Falk appelliert an alle Katzenbesitzer, diese Empfehlung zu beherzigen. "Denn wir sehen jeden Tag das Leid, das durch die Krankheit entsteht." Um die Ausbreitung einzudämmen, müsse man draußen ansetzen, bei den wildlebenden Tieren, sie kastrieren und impfen lassen. Das halte man im Tierheim auch bei den Katzen so, die aufgrund ihrer Wildheit nicht mehr vermittelbar seien.

Tag der offenen TürAm Sonntag, 11. September, von 11 bis 17 Uhr präsentiert das Amberger Tierheim sich und seine Arbeit bei einem Tag der offenen Tür. In drei Bewirtungszelten gibt es Kaffee, Kuchen, Gegrilltes, belegte Brötchen und vegetarische Brotzeiten. Zudem im Angebot: ein Flohmarkt, eine Tombola (Hauptgewinn: ein Fahrrad), ein Glücksrad und die Zauberer Marion und Roderich, die für Kinder Luftballontiere drehen. Die Organisatoren bitten darum, dass die Besucher möglichst mit dem Fahrrad anreisen, weil es direkt am Tierheim nur wenige Parkplätze gibt. (ll)
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