Fußball-Chef will nach oben

3000 Zuschauer beim ERSC Amberg, 3000 beim FC Amberg - und jeder zahlt für beide Spiele zusammen nur 10 Euro. Ein Wunschtraum des Vorstandsvorsitzenden der Fußballer - oder nicht?

"Wir haben ein Ziel: Uns in der Regionalliga fest etablieren. Mehr aber auch nicht", sagt Helmut Schweiger. Der Vorstandsvorsitzende des Bayernliga-Fußballvereins FC Amberg hat konkrete Vorstellungen, wie die Zukunft im Stadion am Schanzl aussehen soll. Schweiger hat bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren zusammen mit seinen Vorstandskollegen und Jugendleiter Markus Meier ein Konzept entwickelt, das auf Jugendarbeit ausgelegt ist.

Zentrum für Talente

"Wir sehen uns als Zentrum mit einem Umkreis von rund 50 Kilometern, das talentierte Spieler sportlich und auch beruflich ausbilden kann", erklärt der Geschäftsmann, der europaweit mit seiner Firma IVS - von Schweiger 1991 gegründet - Kommunikationsprodukte vertreibt: Vom einfachen Handy bis zu seniorengerechten Telefonen. Der 47-Jährige ist mit seinem Unternehmen sehr erfolgreich - und will auch mit dem FC Amberg, bei dem er selbst Ende der 80er Jahre spielte, in höhere Regionen vordringen.

Der direkte Aufstieg von der Bezirksoberliga in die Bayernliga ist mit der Herrenmannschaft bereits geglückt, der nächste Schritt soll aber gleichzeitig der letzte sein: Die Regionalliga, mit im Schnitt 1000 Zuschauern bei Heimspielen. Die Jugendmannschaften, so Schweiger, sollten möglichst in den höchsten bayerischen Ligen spielen. "Wir wollen junge Spieler über die Ausbildung an Amberg binden. Das ist für uns so etwas wie ein Nachwuchsleistungszentrum", sagt Schweiger.

Dazu benötigen er und seine Kollegen aber Hilfe: "Die Stadt Amberg ist da auch gefordert, gerade, was das Stadion betrifft. Und wir brauchen auch weitere Unterstützung von Firmen." Seit kurzem gibt es einen Wirtschaftsbeirat, der auch mit der Fachhochschule kooperiert. Ein junger Spieler soll beim FC Amberg ausgebildet, betreut und gefördert werden: "Wenn er zu uns kommt, dann bekommt er auch eine Lehrstelle." Danach gibt es für ihn zwei Möglichkeiten: "Entweder er bleibt bei uns, oder er schafft den Sprung in eine Profikarriere."

Deswegen arbeitet der Verein seit geraumer Zeit mit der SpVgg Greuther Fürth zusammen, tauscht Ideen und Trainingskonzepte - und auch Spieler aus. Acht Fußballvereine gibt es noch im Stadtgebiet: ESV, Germania, Inter Bergsteig, SV Raigering, FSV Gärbershof, DJK, SGS und FC. In zehn Jahren, sagt Schweiger, sollte es diese auch noch geben. Aber mit einem Unterschied zu jetzt: "Die Elite spielt dann beim Hauptverein, und das ist der FC Amberg." Klasse statt Masse lautet die Parole, deswegen gibt es momentan auch einen Aufnahmestopp für junge Kicker.

Als Konkurrenz zu Weiden sieht Schweiger Amberg nicht: "Weiden kann den Norden abdecken, Regensburg den Süden und wir haben locker Platz in der Mitte." Und: "Wir haben das deutlich bessere Umfeld als Weiden." Dort würde Eishockey dem Fußball den Rang ablaufen (Schweiger: "Das habe ich noch nie verstanden").

Überhaupt sieht der Vorstandvorsitzende des Fußballclubs großes Potenzial rund um das Schanzl: "Eishockey, Tennis, Fußball - das Gelände ist ein Traum. Und es wäre doch ein Traum, wenn am Samstag 3000 Zuschauer zum Fußball kämen und am Sonntag 3000 zum ERSC Amberg beim Eishockey - und mit einem Zehner das Wochenendticket bezahlen." Gemeinsam in die Zukunft ist die Devise von Helmut Schweiger: "Wenn jeder allein sein Süppchen kocht, wird das nichts."
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