Gefährliches Insekt breitet sich aus
Der Spinner ist wieder da

Diese Warnschilder weisen auf die Gefahr durch den Eichenprozessionsspinner hin. "Auf keinen Fall dürfen die Raupen oder die filzig aussehenden Gespinste berührt werden", betont Pressesprecherin Susanne Schwab. Bild: Stadt Amberg

Eichenprozessionsspinner sind gefährlich und breiten sich in Amberg aus. Bei Kontakt ist besondere Vorsicht geboten. Betroffen sind die Gebiete Kurfürstenring und Philosophenweg.

Bei Baumkontrollen am Kurfürstenring und am Philosophenweg wurden an älteren Eichen mehrere Nester von Raupen des Eichenprozessionsspinners gefunden, warnt die Pressesprecherin der Stadt, Susanne Schwab, gegenüber der AZ. Der Eichenprozessionsspinner, zoologisch Thaumetopoea processionea, ist eine Schmetterlingsart, deren Raupen mikroskopisch kleine Nesselhaare mit Widerhaken haben. Diese enthalten das Eiweißgift Thaumetopein und können bei Menschen juckende und entzündliche Hautreaktionen, Asthmaanfälle oder andere allergische Reaktionen auslösen.

Gift wirkt direkt


"Da das Gift wie bei Insektenstichen direkt auf die Haut einwirkt und keine Desensibilisierung möglich ist, ist besondere Vorsicht geboten", betont Schwab. Die Raupen entwickeln sich in im Frühjahr aus Eiern, die der Schmetterling auf der Rinde in den Baumkronen der Eichen abgelegt hat. Sie ernähren sich ausschließlich von den Blättern der Bäume. Fraßspuren an diesen deuten bereits auf einen Raupenbefall hin. Die gespinstartigen Ansammlungen an den Stämmen und Ästen der Eichen sind von Mitte Mai bis Ende Juni sichtbar.

Brennhaare der Raupen


Der Entwicklungszyklus der Raupen mit fünf bis sechs Häutungen dauert je nach Witterung neun bis zwölf Wochen. Für die Gesundheit besonders gefährlich sind die Brennhaare der Raupen, die sich ab dem dritten Larvenstadium entwickeln und nach der Häutung an den Bäumen sowie im Bewuchs unter den Kronen haften bleiben. Der Schmetterling hat sich auch in Folge des Klimawandels in manchen Gebieten Bayerns bereits stark ausgebreitet und ist darum auch häufiger auf Eichenbäumen in der Stadt, vor allem in wärmeren Lagen und an sonnigen Standorten an Waldrändern, anzutreffen.

"In den befallenen Gebieten werden Warnschilder aufgestellt, denn es wird empfohlen, diese Gebiete bei Spaziergängen zu meiden. Auf keinen Fall dürfen die Raupen oder die filzig aussehenden Gespinste berührt werden, denn dann ist die Gefahr von gesundheitlichen Schäden am größten", betont die Pressesprecherin. Das Risikogebiet am Philosophenweg erstreckt sich von der Schwaigerstraße bis zum Triftweg, wo besonders viele Eichen vorkommen. Am Kurfürstenring ist der Alleeabschnitt von der Bushaltestelle gegenüber dem Kurfürstenbad bis zum Nabburger Tor betroffen. Auch hier sind einzelne Eichen befallen, teilt Schwab mit.
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