Geistliche nehmen Angst und machen Mut
Predigten gegen den Terror

Die Herzlosigkeit von islamistischen Fanatikern trifft uns alle im Herzen.
 
Wer mit Jesus geht, kann nicht zum Terroristen werden.

Paris, Ankara, Istanbul und erst vor einer Woche Brüssel. Anschläge erschüttern die Welt. Ziel der Attentäter sind Christen, die als Ungläubige gelten. Im Stadtgebiet ließen Geistliche beider Konfessionen das Thema Terror an Ostern in ihren Predigten nicht außen vor.

In der evangelischen Erlöserkirche war es Pfarrer Dr. Johannes Blohm, der sich am Karfreitag aus christlicher Sicht über die besorgniserregende Entwicklung laute Gedanken machte. Wörtlich sprach er von gebrochenen Herzen. Im Geiste war er bei den Menschen, denen "in aller Welt ihr Leben genommen wurde, die verletzt wurden an Körper und Seele, an und in ihren Herzen. Ankara und Istanbul, Paris und Brüssel, die Herzlosigkeit von islamistischen Fanatikern trifft uns alle, im übertragenen Sinne, im Herzen."

"Mehr Liebe zeigen"


Doch Gottes Herzensliebe zu uns höre nie auf. Jedoch: "Müsste es nicht anders herum sein?", fragte Blohm und schilderte seine gewonnenen Eindrücke: "Aber so verharren viele lieber in der Hartherzigkeit, um nur ja nicht als weichherzig, als barmherzig, gesehen zu werden." Dabei täte es doch vielen gut, mehr Herzensliebe zu zeigen oder zu geben: dem Partner, den Kindern, den Einsamen, den Kranken, den Alten, den Trauernden, den Flüchtlingen. Kurz: "Allen, die Liebe vermissen". Wie viel Glaube noch im Herzen der Attentäter ist, "möge der Gott dieser Religion, möge Allah selbst ansehen. Ob es ihm dann das Herz bricht?"

In der Basilika St. Martin sprach Stadtpfarrer Franz Meiler den Gläubigen Mut zu: "Auf dem schwarzen Hintergrund eines Tod bringenden Terrorismus kann die Botschaft von der Auferstehung nicht heller strahlen." Der Gute und Gerechte (Jesus Christus) lebe über Hass und Tod hinaus. Alle, die bei ihm sind, gingen den Weg der Menschlichkeit: "Wenn Menschen ihm folgen, stehen sie auf der Siegerseite." Die Liebe habe stets mehr Rechte als Bosheit und Hass.

Fanatiker und Verirrte


Meiler wörtlich: "Wenn doch die Welt schon mehr erkannt hätte, wie lebensbejahend die gute Nachricht von der Auferstehung unseres Herrn ist." Der katholische Geistliche wurde noch deutlicher: "Wir haben alle gute Gründe, uns mit dieser Botschaft den Fanatikern und Verirrten mit Selbstbewusstsein entgegenzustellen, weil wir das Leben lieben, weil unser Gott für die Liebe und das Leben ist. Wer mit Jesus geht, kann nicht zum Terroristen werden."

In der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit hat Regionaldekan Ludwig Gradl die Terroranschläge in Brüssel nicht zum Thema gemacht: "Wir haben aber immer bei den Gottesdiensten in den Fürbitten der Opfer gedacht und für die Angehörigen gebetet." Ein Beispiel: "Wir bitten dich, Herr, für die Angehörigen der Opfer der jüngsten Terroranschläge in Brüssel. Steh' ihnen bei mit deiner Kraft, auch durch Menschen, die ihnen zur Seite stehen, und lass die Verstorbenen bei dir leben, in deinem Frieden und in deiner Herrlichkeit."
Die Herzlosigkeit von islamistischen Fanatikern trifft uns alle im Herzen.Pfarrer Dr. Johannes Blohm
Wer mit Jesus geht, kann nicht zum Terroristen werden.Stadtpfarrer Franz Meiler
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