Gerd Müller sendet bei ACC-Besuch Grüße an Ambergs Entwicklungshilfeorganisation
Bundesminister lobt Projekthilfe Dr. Luppa

Dr. Ulrich Schmid (Mitte) wurde für vier Jahrzehnte im Amt des zweiten Vorsitzenden geehrt, Uli Wähner (links) ist ebenfalls seit 40 Jahren treues Mitglied, worüber sich auch Bürgermeister Martin Preuß (Zweiter von links) freute). Wiedergewählt wurden neben Schmid Jürgen Fritz als Revisor und Dr. Ulrich Siebenbürger (von rechts) als erster Vorsitzender. Bild: ath

Wenn sein Flug zurück nach Berlin nicht schon gewartet hätte, hätte Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller der Projekthilfe Luppa einen Besuch abgestattet. Er war praktisch gleichzeitig bei einer Veranstaltung im ACC und hätte auf Vorschlag von Bürgermeister Martin Preuß gern den Abstecher zu Ambergs Entwicklungshilfeorganisation gemacht.

Mit dem Zeitdruck im Nacken jedoch blieb dem Minister nur ein schriftlicher Gruß an die Jahreshauptversammlung in der Brauereigaststätte Kummert, der - von Preuß überbracht - bei den Mitgliedern aber genauso gut ankam. "Über 50 Jahre großartiges Engagement" bescheinigte Müller der Projekthilfe und der Bürgermeister ergänzte, dass "auch die Stadt Amberg stolz auf das ist, was hier geleistet wird".

10 Millionen aus Amberg


Preuß meinte zum Beispiel die über 10 Millionen Euro, die in den 52 Jahren seit Bestehen des Vereins "von Amberg aus in die ganze Welt gesandt wurden". Das und die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit hätten "viele Spuren von Liebe hinterlassen, die unauslöschlich sind", griff der Bürgermeister bestätigend einen Slogan der Projekthilfe auf.

Er war aber auch wegen einiger Jubiläen zur Jahreshauptversammlung gekommen, wie er ausführte. Zum einen hätte der Vereinsgründer und Namensgeber Dr. Dietrich Luppa heuer seinen 100. Geburtstag, wenn er nicht 2004 im Alter von 88 Jahren als hochverdienter Ehrenvorsitzender gestorben wäre. Zum anderen blicken aber auch sein Nachfolger und sein jahrzehntelanger Stellvertreter auf stolze Leistungen zurück.

Dr. Ulrich Schmid ist seit 40 Jahren "Vize", begleitete somit sowohl Luppa als auch dessen Nachfolger Dr. Ulrich Siebenbürger jeweils 20 Jahre Seite an Seite im Vorstand. Er bekam dafür eine Dankurkunde des Vereins und ebenso anerkennende Worte des Bürgermeisters wie Ulrich Siebenbürger, der seit zwei Jahrzehnten an der Spitze der Organisation steht. Mitglied ist Schmid sogar schon seit 43 Jahren und übertrifft damit Uli Wähner, der für vier Jahrzehnte Treue ebenso mit Urkunde ausgezeichnet wurde. Beeindruckt zeigte sich Preuß in der Jahreshauptversammlung auch vom geringen Verwaltungskostenanteil der Amberger Fördergemeinschaft, wie sie früher hieß. 2015 lag er bei 2,6 Prozent bei Aufwendungen von fast 140 000 Euro. So viel Geld floss im vergangenen Jahr in die Projekte, über die Siebenbürger in seinem Rückblick informierte. Bei Spendeneingängen von rund 150 000 Euro konnten sie problemlos aus den laufenden Einnahmen finanziert werden. Auch das ein großer Vertrauensbeweis der Unterstützer, die nach Auskunft des Vorsitzenden meist ohne feste Zweckbestimmung dem Verein und seinen Zielen ihre Zuwendung anvertrauten - nach dem Motto: "Die setzen das schon richtig ein."

Beide Vorsitzende bestätigt


"Klassische Schwerpunkte sind laut Siebenbürger erneut gewesen: Frauengruppen und einkommensbeschaffende Kleinprojekte sowie Mikrokredite für Infrastruktur - meist Versammlungs- oder Lagerräume. "Ob Burkina Faso, Südindien, Philippinen oder Brasilien - wir bleiben unserer Zielgruppe treu, den Ärmsten und Vulnerablen, den Frauen und Jugendlichen in der Ausbildung", fasste Siebenbürger zusammen.

Sowohl er als auch Ulrich Schmid wurden anschließend bei den Vorstandsneuwahlen jeweils einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Auch Revisor Jürgen Fritz, von Beruf Steuerberater, bekam erneut das Vertrauen der Mitglieder, nachdem er zuvor über eine einwandfreie Kassenführung berichtet hatte.

HintergrundAllein für die Weiterentwicklung seines Witwen- und Waisenprojekts in Burkina Faso hat der Verein 2015 rund 68 000 Euro aufgewendet. Der Vorsitzende erläuterte dazu allerdings, dass "seit zwei Jahren alle Materialien der Erstausstattung, also Produktionsmittel und Arbeitsmaterial, auch in Projekten, die gar keine Kredite vermitteln als Kleinkredite vergeben werden. Damit entspricht die Kreditrückzahlung einer Rücklagenbildung im Sinne der bei uns üblichen Abschreibung." Verwaltet würden diese Kredite vom Partnerbüro in Ougadougou, kontrolliert durch einen vereidigten externen Buchprüfer, dessen Bericht die ausschließlich zweckgebundene Verwendung bestätigt habe. (ath)
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