Gerda Schommer erhält den Frauenpreis 2016 des Serviceclubs Soroptimist International ...
Bis an Grenzen und noch weiter

Christoph Uwer brachte es bei der Verleihung des Frauenpreises von Soroptimist International auf den Punkt: "Als ganz besonderer Mensch mit einer ganz besonderen Lebensleistung, als außergewöhnliche Frau mit einem außergewöhnlichen Engagement erhalten Sie diese Auszeichnung."

Gemeint war Gerda Schommer aus Ammerthal, die Gründerin und langjährige Vorsitzende der Selbsthilfegruppe krebskranker Kinder Amberg-Sulzbach. Das Bundesverdienstkreuz hat sie schon seit 2009, jetzt erhielt sie den mit 500 Euro dotierten Frauenpreis 2016 des Serviceclubs Soroptimist International Amberg-Sulzbach.

"Wir wollen Frauen für ihr Engagement danken und ihnen auch zeigen, wir sind da und wir sehen sie", stellte Clubpräsidentin Sigrid Nordhus-Hantke bei der Feierstunde im Kunstkombinat fest. Der Club Amberg-Sulzbach von Soroptimist International (die größte Service-Organisation berufstätiger Frauen) wolle mit dem von der Künstlerin Marion Mack geschaffenen Preis Frauen ehren, die sich durch besonderes Engagement für Frauen- und Gleichstellungsthemen auszeichnen und einen besonderen Bezug zur Region Amberg-Sulzbach haben.

Laudator Christoph Uwer, seit 15 Jahren bei der Dr.-Winkler-Wilfurth-Stiftung Ansprechpartner und Koordinator, würdigte die Arbeit von Gerda Schommer. Uwer erinnerte die zahlreichen Gäste an den Auslöser für die Gründung der Selbsthilfegruppe im Jahr 1987, nachdem Gerda Schommers Tochter Anke 1985 an Leukämie erkrankt und wieder voll gesundet war. "Fast 30 Jahre lang hat sich Frau Schommer mit ganzer Kraft für krebskranke Kinder und deren Eltern persönlich eingesetzt. Und dieser Einsatz reichte weit über die Grenzen des Landkreises hinaus", sagte Uwer. Gerda Schommer betreue im Jahr durchschnittlich 30 bis 35 Familien, deren Kinder bereits therapiert wurden, bis hin zur Genesung - und manchmal auch bis zum Tod des Kindes und darüber hinaus.

Schommer, die sich kommunalpolitisch in Ammerthal engagiert und von Bürgermeisterin Alexandra Sitter zur Ehrung begleitet wurde, half betroffenen Familien auch bei organisatorischen Problemen mit Behörden oder Kassen - Familien, die sich oft in der Betreuung ihrer schwerstkranken Kinder erschöpften und erfahrungsgemäß keine Kraft mehr für die anfallenden Verwaltungsaufgaben hatten. Laut Uwer unterstützte Frau Schommer betroffene Familien auch finanziell.

"Das Gesicht des Vereins"


Unermüdlich habe sie sich für Typisierungsaktionen eingesetzt und unzählige Aktionen für die DKMS organisiert. Dadurch konnten im Vorjahr 1189 Typisierungen erfolgen. Uwer fand persönliche Worte für Gerda Schommer, die von der Führungsspitze des Vereins zurückgetreten ist: "Sie sind und bleiben das Gesicht des Vereins. Ihr außergewöhnliches Engagement für alle 'Ihre Kinder' wird unvergessen bleiben, ebenso Ihre einmalige Vorbildwirkung in Ihrem Amt. Sie haben Pionierarbeit geleistet in einem Bereich, wo die Not am größten ist."

"Die richtige Preisträgerin"


Mit Gerda Schommer habe man die richtige Preisträgerin ausgewählt, sagte OB Michael Cerny. Die stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann brachte ihre Bewunderung dafür zum Ausdruck, was Gerda Schommer auf den Weg gebracht habe. Bachmann sagte, sie habe selbst Geschwister durch Krebs verloren und wisse, "wie wichtig die Arbeit von Frau Schommer ist, wie wichtig es ist, wenn man in dieser Situation Halt und Schutz finden kann".

Ute Lenz aus Regensburg, Soroptimist-Bezirkspräsidentin, nutzte die Gelegenheit, ihren Serviceclub, der in Deutschland etwas im Schatten von Lions und Rotary steht, und seine Hauptanliegen vorzustellen. Als Vertreterin des Patenclubs Regensburg würdigte sie die positive Entwicklung, die der Club Amberg-Sulzbach seit seiner Gründung im Jahr 2008 genommen habe: "Hut ab für das, was in Amberg daraus geworden ist."

Die Amberger Gemeinschaft unterstützt nach eigenen Angaben satzungsgemäß unter anderem Projekte für Frauen, Mädchen und Familien wie "Lesepatinnen Amberg", "Ich male Mut", das Moses-Projekt von Donum Vitae, "Wasser für Afrika", die örtliche Nepal-Hilfe und den Sozialdienst katholischer Frauen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.