Geständnisse retten zwei junge Männer vor Haftstrafen
Bewährung für Feuer in Dixi-Klos

Amberg/Schwandorf. Nur ihre Geständnisse bewahrten sie vor einem längeren Gefängnisaufenthalt. Zwei junge Männer, die über ein Jahr lang nachts herumfuhren, Dixi-Klos in Brand steckten, Feuer in Containern legten und sinnlos Sachbeschädigungen verübten, kamen mit Bewährungsstrafen davon.

Zum Prozess hatte die Justiz mehrere Dutzend Zeugen geladen, er war auf fünf Tage angesetzt. Doch zwei auf der Anklagebank des Amberger Jugendschöffengerichts sitzende Männer, 19 und 21 Jahre alt, waren durch ihre Verteidiger gut beraten und legten Geständnisse ab. So mussten die 32 in der Anklageschrift von Staatsanwalt Tobias Kinzler stehenden Straftaten nicht näher erörtert und nachgewiesen werden.

Es ging um Brandstiftungen und Sachbeschädigungen. Begangen, weil die im Kreis Schwandorf wohnenden Täter nichts Sinnvolleres mit ihrer Freizeit anzufangen wussten. Feuerwehren aus den Bereichen Amberg-Sulzbach und Schwandorf mussten nachts ausrücken, wenn Dixi-Klos an Baustellen loderten. Einmal stellte sich dann die Lage besonders prekär dar: In Schwarzenfeld wurde ein Müllcontainer angesteckt, der neben einer Garage stand. Die Flammen griffen über und zogen das Gebäude arg in Mitleidenschaft.

Es gab aber auch noch andere Begebenheiten: Auf einem Campingparkplatz wurden Autos beschädigt, Fahrräder kamen weg, Altkleidercontainer brannten. Die Männer zündeten eine Parkbank in Schwarzenfeld an, steuerten eine Brückenbaustelle bei Pittersberg an und setzten auch dort ein transportables Dixi-Klo in Brand. Eine genaue Erklärung dafür konnten sie nicht geben.

Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Peter Jung hatte für Geständnisse eine Haftstrafe nicht über zwei Jahre in Aussicht gestellt. Daran hielt es sich auch. Es verhängte gegen beide Beschuldigte ein Jahr und neun Monate Gefängnis und setzte die Ahndungen zur Bewährung aus. Einer von ihnen muss 300 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten, der andere (weil in Lehrausbildung) hat 1500 Euro zu zahlen. Damit folgten die Richter den Anträgen der Verteidiger Jürgen Mühl (Amberg) und Peter Grau (Burglengenfeld). Staatsanwalt Kinzler hatte jeweils zwei Jahre mit Bewährung verlangt.

Ein dritter Angeklagter, 23 Jahre und ebenfalls aus dem Kreis Schwandorf, wurde freigesprochen. Er sollte bei einem Containeraufbruch dabei gewesen sein und bestritt dies im Prozessverlauf. Das Gegenteil konnte ihm nicht nachgewiesen werden.
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