Gesundheitsforum mit 130 Zuhörern
Durchblutung das Thema

Khaled Saleh ist Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin in St. Marien und bestritt den letzten Teil der Vortragsreihe in Kooperation mit der VHS. Bild: hfz

Es war ein ordentlicher Endspurt: Zum letzten Teil des Gesundheitsforums im Großen Rathaussaal kamen noch einmal rund 130 Zuhörer. Erneut bot das Klinikum St. Marien einen seiner Experten zu einem allgemein interessanten Thema auf. Diesmal ging es um Durchblutungsstörungen.

Jeder fünfte Deutsche über 60 leidet darunter, informierte Gefäßchirurg Khaled Saleh, der auch Diagnose- und Therapiemöglichkeiten darstellte. Ursache für Durchblutungsstörungen, die meist in den Beinen beginnen, ist nach seinen Worten die sogenannte Arteriosklerose - eine Verkalkung der Gefäße, die den Blutfluss verlangsamt. Ist die Engstelle noch klein, löst sie keine Beschwerden aus und bleibt deshalb oft unbemerkt, warnte der Referent.

Tückisch: Keine Schmerzen


Genau das sei das Tückische: "Wir wissen nur von rund einem Drittel aller Betroffenen. Und von den 4,5 Millionen Patienten in Deutschland, die wir kennen, sind 3,3 Millionen beschwerdefrei." Keine Schmerzen zu haben, bedeute jedoch nicht, dass die Krankheit ungefährlich ist. Im Gegenteil seien Durchblutungsstörungen häufig Vorboten von plötzlichem Herztod, Infarkt oder Schlaganfall.

"Denn das Gefäßsystem ist ein geschlossenes System", erläuterte der Chirurg. "Erkrankt es, hat das langfristig automatisch Auswirkungen auf alle anderen Organe des Körpers." Die Folgen seien eine Unterversorgung bestimmter Regionen mit Sauerstoff und Nährstoffen - schlimmstenfalls könnten Durchblutungsstörungen zu Amputationen führen. Damit es nicht so weit kommt, riet der Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und -medizin, auf typische Signale wie Schmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß, eine trockene, marmoriert wirkende Haut und langsamere Wundheilung zu achten.

Ein Screening-Verfahren, um Patienten mit peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten ausfindig zu machen, gebe es zwar, allerdings sei dies nicht bundesweit Pflicht. Deshalb werde die Krankheit immer noch häufig "per Zufallsbefund" entdeckt. Ein weiterer Grund, um regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, so Saleh. "Denn, je früher wir eine Diagnose stellen können, desto besser sind die Behandlungschancen."

Im zweiten Teil seines Vortrags schilderte der Oberarzt die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten, die das Gefäßzentrum am Klinikum St. Marien bietet: Neben Medikamenten, überwachtem Gehtraining, Kathetertherapie und Stents, die als zusätzliche Stütze für das Gefäß dienen, können die Spezialisten beispielsweise auch einen Bypass, quasi eine Umgehung des Verschlusses, legen.

Mit einem gesunden Lebensstil hätten Betroffene es außerdem selbst in der Hand, aktiv auf den Verlauf der Krankheit einzuwirken. Denn außer genetischen Faktoren können laut Saleh vor allem Rauchen, ein hoher Cholesterinspiegel, Diabetes und Bewegungsmangel Durchblutungsstörungen auslösen.

Lebensstil ändern hilft


"Durch eine ausgewogene Ernährung, Sport und den Verzicht auf Nikotin lässt sich positiv gegensteuern", betonte der Referent und lieferte damit einen Ansporn für die Änderung zu einem gesunden Lebensstil mit bis zu acht Jahren höherer Lebenserwartung.

Weitere Reihe startetAb März startet die Vortragsreihe "Ratgeber Gesundheit": Dann haben Interessierte laut Stadtverwaltung erneut die Möglichkeit, sich wieder kostenlos Informationen aus ärztlicher Hand zu holen. Den Start machen Prof. Dr. Andrea Kleindienst, Leitende Oberärztin der Klinik für Neurochirurgie, und Dr. Ursula Kleine, Leiterin der Schmerzambulanz und der geplanten Tagesklinik für Schmerztherapie, zum Thema "Chronischer Schmerz - was hilft?". Los geht es am Dienstag, 8. März, um 18 Uhr. Diesmal wieder im Speisesaal des Klinikums.
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