Gesundheitstag im Landratsamt
Blicke in die Schaltzentrale

Da is des Hirn! Neurochirurg Dr. Richard Megele (links) beantwortete vor dem begehbaren Gehirn-Modell geduldig und ausführlich die Besucher-Fragen, die teilweise ins Detail gingen.

Das Gehirn ist ein Organ für die Rekordbücher: Es ist mit etwa 100 Milliarden Nervenzellen ausgestattet. Obwohl es mit zwei Kilogramm nur zwei bis drei Prozent des Körpergewichts ausmacht, verschlingt es enorme Mengen an Energie. Etwa 15 Prozent des Gesamtbedarfs des Körpers.

-Sulzbach. "Wo is'n des Hirn?" - eine verlässliche Antwort auf die Frage der Kult-Radiosendung Metzgerei Boggnsagg war am Sonntagnachmittag beim Gesundheitstag des Ärzteverbundes Oberpfalz Mitte und des Gesundheitsamts schnell zu finden: ganz hinten im König-Ruprecht-Saal. Dort war ein begehbares Modell aufgebaut, an dem neben anderen Experten der Amberger Neurochirurg Dr. Richard Megele die Fragen der Besucher beantwortete.

Experten-Meinung gefragt


"Ein Mann wollte, dass ich ihm seinen Befund erkläre", berichtete der Spezialist, der im bösartigen Fall einer Tumor-Diagnose nur schlechte Prognosen stellen kann: "Zusammen mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs ist der bösartige Hirntumor die am ungünstigsten verlaufende Krebsart." Ganz im Gegensatz zum Darm- oder Hautkrebs lasse sich auch keine vernünftige Vorsorge betreiben: "Dafür bräuchten Sie alle drei Monate eine Bildgebung." Und selbst dann gebe es keine Garantie, da die bösartigen Varianten sehr schnell wachsen, sich ebenso rasch verästeln und damit inoperabel werden. Grundsätzlich empfahl Megele aber, das Gehirn häufig zu fordern: "Mit Hirntraining, Leistungstraining und körperlichem Training, um die Durchblutung aufrechtzuerhalten oder zu fördern." Doch es ging von 12 bis 17 Uhr nicht nur um die Schaltzentrale des Körpers. An rund 50 Infoständen gab es viel Wissenswertes rund um den Themenkomplex Gesundheit. Wer wollte, durfte bei den Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz Fragebögen mitnehmen, die - wenn sie ehrlich ausgefüllt werden - darüber aufklären, ob man ein Alkoholproblem oder Depressionen hat.

Gesunde Ernährung


Um ein wesentlich angenehmeres Thema ging es bei der AOK, wo Lisa Ludwig Nackt-Hafer mahlte, wie es auch Otto Normalverbraucher zu Hause für sein Müsli machen sollte, denn: "Die gesunde Ernährung fängt schon beim Frühstück an. Egal, wie alt man ist." Wer es dennoch etwas herzhafter mochte, war beim Küchen-Team des St.-Anna-Krankenhauses (Sulzbach-Rosenberg) und der St-Johannes-Klinik Auerbach gut aufgehoben. Dort gab es Gulasch, Linsen-Bolognese, Penne in Chili-Öl sowie Apfel- und Topfenstrudel.

Dass auch medizinische Hilfsmittel dem Wandel der Zeit unterworfen sind, war am Stand des Amberger Sanitätshauses Hellbach zu sehen. Dort war Reizwäsche ausgestellt: "Wir sind schon öfter darauf angesprochen worden, was das hier soll", räumte Inhaber Matthias Hahn ein. Tatsächlich handelte es sich allerdings um moderne Kompressionsstrümpfe.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.