Götz George war früher gerne und oft in Amberg
Weit vor der Schimanski-Zeit

Götz George ist tot. Der Schauspieler starb bereits am 19. Juni im Alter von 77 Jahren nach kurzer Krankheit. Früher war er oft in Amberg – beruflich und privat. (Foto: dpa)

Als am Montag bekannt wurde, dass Götz George gestorben ist und er sich einen Abschied in aller Stille gewünscht hatte, erkannten ältere Amberger darin eine Parallele zu seinen Besuchen in der Vilsstadt. "Wenn ich hier sitze, bin ich rein privat da", sagte der 77 Jahre alt gewordene Schauspieler, wenn er kam und sich nach anstrengenden Vorstellungen am Abend Ruhepausen in der "Pfälzer Weinstube" an der Ziegelgasse gönnte.

Von Kubeng eingeladen


Es war während der 1960er-Jahre. Der Sohn von Berta Drews und Schauspielerlegende Heinrich George trat mehrfach auf Einladung des damaligen Theaterberaters Joachim Kubeng auf. Kubeng, vor sechs Jahren gestorben, schwärmte seinerzeit von der Leistung des jungen Götz George, der bei Kinobesuchern seiner Generation als Mitwirkender in Karl-May-Filmen bereits eine Art Kultstatus hatte. Er spielte dabei an der Seite von "Winnetou" Pierre Brice. Auch der hatte durch seine Heirat mit Hella Krekel einen direkten Bezug zu Amberg. In ganz besonderer Erinnerung ist bei vielen bis heute geblieben, als Götz George im Josefshaus das Stück "Der Bär" von Anton Tschechow gab.

Dabei hatte er, fast wie ein Gewichtheber, eine Teppichrolle auf seine Schultern zu stemmen. Als George mit nacktem Oberkörper das schwere Stück in die Höhe wuchtete, offenbarte sich, dass da ein Modellathlet auf der Bühne stand. Götz George aber überzeugte viel mehr noch durch schauspielerisches Können. Später machte er das durch seine Rollen als Tatort-Ermittler Horst Schimanski und in zahlreichen anderen TV-Rollen deutlich. Die "Pfälzer Weinstube" war oft komplett gefüllt, wenn er nach im Josefshaus getaner Arbeit eintrat. Für ihn aber war immer ein Tisch reserviert. Er schätzte die Küche der unterdessen ebenfalls verstorbenen Wirtin Franziska "Fränzi" Berger, unterhielt sich gern mit ihr und ihrer Tochter Lieselotte.

Nur spärlich Autogramme


Autogrammjägern aber und Leuten, die ihm näher kommen wollten, war er nicht gewogen. Die Stunden der Erholung wollte George ganz allein für sich haben. Denn früh am anderen Tag ging es weiter zum nächsten Gastspielort. Mehrfach soll er rein privat in Amberg gewesen sein. Auch das ging ohne Aufhebens und Trubel vonstatten. So, wie er sein Privatleben bis zum Tod immer gestaltete und es verstand, Kameras aus seiner oft nur spärlich zur Verfügung stehenden Freizeit fernzuhalten.
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