Goldschmiede feilen am ewigen Glück
Eheringe, Ketten & Armbänder

Bewerber sollten gut in Chemie, Mathematik und Werken sein – und sie müssen viel Geduld mitbringen. Manchmal gehe es beim Schmieden um einen Zehntel-Millimeter. (Foto: aha)
(dpa/tmn)

Feilen, biegen, löten: Fertig ist der Ehering. Was einfach klingt, dauert in der Praxis oft Stunden. Neben Fingerspitzengefühl und Respekt vor edlen Materialien brauchen Goldschmiede vor allem eins: Geduld.

Handwerkliches Geschick und eine kreative Ader: Diese Eigenschaften müssen Schulabgänger mitbringen, die eine Ausbildung zum Goldschmied machen möchten. Dreieinhalb Jahre dauert die duale Lehre in Betrieb und Berufsschule. Alternativ wird eine rein schulische Ausbildung angeboten. Dabei ist auf dem Stundenplan vom zartgliedrigen Fußkettchen bis zum opulenten Collier mit Brillanten und Perlen alles dabei.

So verschieden wie die Schmuckstücke sind auch die jeweils nötigen Arbeitsschritte. Auszubildende lernen, wie bei Ketten die Glieder ineinander gehängt und Juwelen für einen Ring geschliffen werden müssen. Sie müssen wissen, welche chemischen und physikalischen Vorgänge beim Legieren, Schmelzen und Glühen von Metallen ablaufen. Und schließlich üben sie, wie sie Kundenwünsche erst in eine Skizze und dann in ein Schmuckstück umsetzen.

Im dritten und vierten Lehrjahr verfeinern Auszubildende die erlernten Arbeitsschritte – je nachdem, für welche Fachrichtung sie sich entscheiden. Beim Schwerpunkt Juwelen liegt das Hauptaugenmerk darauf, Schmuck mit Diamanten, Smaragden oder Rubinen zu besetzen. Wer sich für die Fachrichtung Ketten entscheidet, lernt, Schmuckglieder ineinander zu flechten. Und beim Bereich Schmuck geht es um das Schmieden und Reparieren von Ringen oder Armbändern.

„Es ist ein sehr kreatives Handwerk, das viel von einem abverlangt“, sagt Horst Teuscher vom Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere. Bewerber sollten gut in Chemie, Mathematik und Werken sein – und sie müssen viel Geduld mitbringen. Manchmal gehe es beim Schmieden um einen Zehntel-Millimeter. Da sei Fingerspitzengefühl gefragt, so Teuscher.

„Viele Bewerber sind einfach auch nicht genügend qualifiziert. Mit einer fünf in Mathe muss man gar nicht erst ankommen“, stellt Teuscher fest. Rund die Hälfte der Bewerber hat Abitur.

Und ein weiterer Blick in die Statistik zeigt: Das Goldschmiedehandwerk ist eine Frauendomäne. Von den Auszubildenden waren in den letzten Jahren stets um die 80 Prozent weiblich. „Die Ausbildung wird auch gerne als Basis für ein Kreativ-Studium genutzt“, erklärt Teuscher. Andere satteln nach ihren Gesellenjahren den Meister drauf.

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.