Gute Aussichten für Techniker
Dem Bachelor gleichgestellt

Oberstudienrat Bernhard Mikuta, Betreuer der Technikerschule, Oberstudiendirektor Martin Wurdack, und Bürgermeister Martin Preuß (hinten von links) gratulierten den vier besten Absolventen (vorne von links): Dennis Nimmerjahn (Notenschnitt 1,22) aus Weiden, Robert Schwarzferber (1,45) aus Kastl, Bastian Körner (1,52) aus Kastl und Christian Schedl (1,65) aus Windischeschenbach. Bild: usc

Trotz allgemein sinkender Schülerzahlen ist sie eine gefragte Bildungseinrichtung der Oberpfalz: die Fachschule für Mechatronik und Elektrotechnik am Beruflichen Schulzentrum.

Diese Feststellung traf der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, Oberstudiendirektor Martin Wurdack, bei der Entlassfeier für 24 Studenten der beiden Fachrichtungen. Vier Absolventen erhielten den Meisterpreis der Staatsregierung.

Die Schule nahm 2008 ihren Betrieb auf. Ein Jahr später folgte das Angebot für Elektrotechniker. 24 Studenten erhielten nun nach zweijährigem Vollzeitunterricht ihre Abschlusszeugnisse als Techniker. Deren Zahl ist nach Worten Wurdacks an der Schule stabil - trotz sinkender Schülerzahlen und trotz der Konkurrenz durch private Technikerschulen in der Umgebung. Ganz im Gegenteil: Angesichts steigenden Interesses hat die Schule Antrag auf eine zweite Klasse gestellt, berichtete Wurdack.

Ein guter Zeitpunkt


"Der Zeitpunkt für den Abschluss könnte nicht besser gewählt sein", sagte Wurdack angesichts des vielseitig beklagten Fachkräftemangels. Aus irgendwelchen Gründen habe man in Deutschland das Studium als den alleinig selig machenden Bildungsweg propagiert. Wurdack: "Ein junger Mensch ohne Abitur war nur ein Mensch zweiter Klasse. Angeblich hatten die Akademiker die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, die besten Verdienstmöglichkeiten und nur sie konnten den Wirtschaftsstandort Deutschland weiterbringen. Seit ein oder zwei Jahren hat man gemerkt, dass das wohl doch nicht so ganz stimmt. Irgendjemand muss ja noch in der Produktion stehen. Irgendjemand muss Arbeitsprozesse planen und das Personal führen."

Der Techniker-Abschluss werde international jetzt sogar formal mit dem des Bachelors gleichgestellt. Und beim Nachzählen sei man sich plötzlich bewusst geworden, dass künftig deutlich mehr Gesellen, Meister und Techniker fehlen werden als Akademiker. An die Absolventen gerichtet, stellte Wurdack fest, dass die nächsten Jahre für sie die mit den besten Berufschancen würden. Die Absolventen zählte Wurdack zu den Menschen, die sich im betrieblichen Alltag auskennen, die aber die größeren Zusammenhänge durchblicken, die auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren und das zugrunde liegende Problem analysieren können. Menschen, die dann auch kreative und pragmatische Lösungen finden. Menschen, die in ihrer Persönlichkeit so gefestigt sind, dass sie Mitarbeiter führen können.

Auf Fachkräfte angewiesen


"Mit unserem hohen Anteil an Betrieben im produzierenden Gewerbe sind wir auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen", sagte Wurdack über die Region. "Durch diese passgenaue Weiterbildung schaffen wir als Fachschule auch optimale Voraussetzungen dafür, dass unsere lokale Wirtschaft sich auch weiterhin im Wettbewerb mit anderen Regionen behaupten kann." Bürgermeister Martin Preuß gratulierte den Absolventen auch im Namen von Landrat Richard Reisinger. "Das Büffeln hat sich gelohnt", meinte Preuß, der den jungen Männern für ihre Leistungen Anerkennung und Respekt zollte.

Wurdack und Oberstudienrat Bernhard Mikuta, Betreuer der Technikerschule, zeichneten vier Absolventen für besondere Leistungen aus: von den Mechatronikern Dennis Nimmerjahn (Notenschnitt 1,22) aus Weiden und Robert Schwarzferber (1,45) aus Kastl sowie von den Elektrotechnikern Bastian Körner (1,52) aus Kastl und Christian Schedl (1,65) aus Windischeschenbach.
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