Heike Maas liest am EG
Die Geheimnisse einer Straße

Nach ihrer Lesung am Erasmus-Gymnasium signierte Autorin Heike Maas noch die Bücher der Schüler. Bild: hfz

Wie sie zu den Ideen für ihre Geschichten komme, wollen die Kinder wissen. "Am Schreibtisch sitzen, aus dem Fenster gucken und warten. Dann kommen die Einfälle von allein", antwortete Heike Maas.

Dass es ganz so einfach wohl auch wieder nicht sein kann, wurde bei der Lesung der Schriftstellerin am Erasmus-Gymnasium schnell klar. Denn: "Schurkenstraße 7" ist ein fein ausgearbeiteter Text mit packenden Story, witzigen Dialogen und skurrilen Figuren.

Wie "gurgelnder Abfluss"


Ein Jahr hat es dann doch gedauert, bis schließlich alles fertig war", gestand die Autorin. Für drei Klassen der fünften und sechsten Jahrgangsstufe war sie von München nach Amberg gekommen, um ihr neues Buch vorzustellen. Darin beschreibt sie, wie die zehnjährige Lina mit ihrer Familie in eine fremde Stadt zieht, in die ihr eben unbekannten "Schurkenstraße". Bald stellt sich heraus, dass diese Straße viele Geheimnisse birgt, denen Lina und ihr neu gewonnener Freund Wendelin nach und nach auf die Schliche kommen. Rätselhafte Menschen kreuzen dabei ihren Weg, etwa Madame Pompü, deren Lachen wie ein "gurgelnder Abfluss" klingt. Oder das alte Ehepaar Geifermann, das, wie schnell klar wird, andere Bewohner der Straße ausspioniert - und zwar mit Hilfe eines schlauchartigen Abhörsystems, dessen Zentrum ein alter Schuppen und eine Schreibmaschine ist. Dass die Lesung den Kindern so großen Spaß gemacht hat, lag sicher nicht nur an der fabelhaften Geschichte, sondern auch an der Darbietung durch die Autorin. Sie gab jeder Figur eine eigene Stimme, veranschaulichte das Personentableau mit einem Plakat, spielte mittels Technik Geräusche und Stimmen ein und hatte das Abhörzentrum im Miniformat samt Schreibmaschine unter einem Karton nachgebaut. Das Publikum dankte es der Künstlerin mit konzentrierter Aufmerksamkeit, gespannter Stille und einem donnernden Applaus.

"Vertrauen zu sich selbst"


Bei der anschließenden Talkrunde schnellten viele Finger nach oben, denn die Schüler wollten unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht. Außerdem stellten sie der Autorin Fragen zu ihrem Leben und ihrer Arbeit. Die Frage, wie in der Schule im Fach Deutsch benotet worden sei, blieb natürlich nicht aus. Maas räumte ein, dass es anfangs nicht immer so prima geklappt habe. "Aber ich habe damals schon für mich das Gefühl gehabt, gut schreiben zu können. Und auf das Vertrauen zu sich selbst kommt es doch schließlich an", erklärte sie. Damit sprach sie sicher vielen - von Noten geplagten - Schülern aus der Seele.
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