Herbstdult lockt Tausende - Auch Eckhard Henscheid mit dabei
Lateinische Sprüche im Bierzelt

Hoch die Krüge beim Bieranstich, mit dem die Herbstdult offiziell eröffnete. Bilder: Steinbacher (5)

Tausende Besucher lockt die Dult bei sonnigem Wetter in die Fahrgeschäfte und ins Bierzelt. Sogar der Amberger Schriftsteller Eckhard Henscheid hält sein Wort und schaut vorbei.

Jetzt ist er also wirklich da. In einem Interview zu seinem 75. Geburtstag erwähnte Eckhard Henscheid gegenüber unserer Zeitung, dass er zum Seniorennachmittag auf der Herbstdult geladen sei. "Das werde ich mir garantiert nicht entgehen lassen", kündigte er an. Im Vorzimmer des Oberbürgermeisters in Amberg hielt man seinen Besuch für unwahrscheinlich: "Das hat er bestimmt ironisch gemeint. Sie kennen doch das, was er schreibt." Doch am Mittwoch radelt Henscheid dann ganz unironisch zwischen den Schaubuden zum Bierzelt.

Der Seniorennachmittag ist einer der vielen Höhepunkte auf der Michaeli-Dult, die dieses Jahr vermutlich Rekordbesucherzahlen schreibt. "Das Wetter ist ideal", schwärmt Koordinatorin Maria Frank. Auch Festwirt Josef Hirsch gibt sich zufrieden: "Am Wochenende war's besonders voll." 30 bis 40 Hektoliter hat er an Getränken schon ausgeschenkt. Während die Schausteller an 37 Ständen Süßwaren, Grusel in der Geisterbahn und Höhenflüge im "Street Fighter" oder "Topspin" anbieten, erinnert sich Henscheid an die Dultfeste seiner Kindheit. So gab es etwa den "Billigen Jakob", ein "mundfertiger Herr", bei dem die Fischsemmel 25 Pfennig und die Lachssemmel 35 Pfennig kostete.

Am Mittwoch traf sich der Amberger im Bierzelt mit seinem Stammtischkumpanen, die ungefähr im gleichen Alter sind und auch eine Einladung von Oberbürgermeister Michael Cerny erhielten. Henscheid trinkt Apfelschorle, verspeist die von der Stadt für die Senioren gesponserte Leberkässemmel und geht mit seiner Gruppe einem anscheinend beliebten Hobby nach: das Erraten der Autoren lateinischer Zitate. "Nemo contra deum nisi deus ipse", wirft er in die Runde und freut sich, dass keiner auf Anhieb den Urheber weiß, nämlich Johann Wolfgang von Goethe. Dazwischen widmen sich die Freunde wieder ihren Erinnerungen. Krönung jeder Dult sei damals der Boxkampf im Bierzelt gewesen. "Das waren Kämpfe von großer Kraft und Rohheit", erinnert sich Henscheid. Bierkrüge seien geflogen. Das habe ihn sehr fasziniert. "Obwohl ich eigentlich ein friedlicher Mensch bin", beteuert der Satiriker.
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