Heute ist Brückentag
Sieben Stege für neue Wege

Ein geometrischer Traum: Der Lederersteg. Seit zwei Wochen hat er ein neu gedecktes Dach aus Biberschwänzen.

Brückentag. Dieses Wort klingt in den Ohren von Angestellten süß und macht sie glücklich wie die Sahne im Spaghetti-Eis. Das Wort bedeutet, dass der Tag zwischen Feiertag und Wochenende geradezu darum bettelt, frei von berufsbedingten Zwängen zu sein.

Aber nicht alle Berufsgruppen können sich einen Brückentag leisten. Man stelle sich nur eine Notaufnahme ohne diensthabende Ärzte oder Krankenschwestern vor. Brückentag? Von wegen, gibt's dort nicht auf Abo. Oder das Pflegepersonal würde geschlossen zu Hause bleiben: Senioren würden in ihren Heimen kein Essen bekommen.

Auch für Notdienste oder Polizeibeamte gibt es keinen automatischen Brückentag-Freizeitmodus. Schwimmbäder müssten schließen, wenn sich alle Bademeister und Angestellten die gestohlenen paar Stunden Urlaub gönnen würden.

Und natürlich die Zeitungsredaktion: Wer würde als erster am Tag nach dem Brückentag im Büro des Journalisten anrufen und fragen, warum die Zeitung nicht im Briefkasten war? Der Leser. Was sollte man ihm antworten? Wir hatten gestern Brückentag? Das geht leider nicht. Aber dafür sieht man schnell: Ein freier Tag zwischen Feiertag und Wochenende kommt nicht überall gut an.

An echte Brücken denkt dabei kaum jemand. Dabei sind gerade die Amberger ungeheuer vielseitig. Also die Brücken. Alt, neu, breit, schmal, für Autos oder nur für Fußgänger, zum Hopsen oder Hochziehen geeignet, eine wird sogar bewohnt.

Die Vielfalt der Wege über die Vils ist schier unerschöpflich. Für alle, die sich keinen Brückentag leisten können, gibt es heute die Brückenseite. Und über diese Stege kann jeder gehen - ohne den Chef zu fragen.

Wie wohnt es sich auf einer Brücke?Familie Häusler bewohnt die ehemalige Jugendherberge in der Fronfestgasse. Das Gebäude spannt sich über die Vils und ist Ambergs einziges bewohntes Brückenhaus.

Wann habt Ihr Euch das Haus gekauft und was hat Euch daran ursprünglich am besten gefallen?

Florian Häusler: Im Jahr 2005; die freien Blicke aus den Fenstern und die Lage: mitten in der Altstadt und trotzdem im Grünen.

Wie ist es, auf einer Brücke zu wohnen?

Ganz normal mit einer Prise "Hausboot-Romantik".

Wenn anderen Leuten etwas aus dem Fenster fällt, gehen sie in den Garten und holen es wieder. Wie macht Ihr das?

Bei schwereren Gegenständen: In die Wathose steigen und rein in die Vils. Bei leichten Sachen: Ahoi und gute Fahrt! Passiert aber Gott sei Dank sehr selten. (roa)
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