Hilfsinitiative Zutritt verwehrt
Da darf nicht jeder rein

Die frühere Landwirtschaftsschule nahe dem Hockermühlbad wird derzeit als Gemeinschaftsunterkunft für bis zu rund 100 Flüchtlinge genutzt. Am Samstag vergangener Woche wurde dem Vorsitzenden der Initiative Amberg hilft Menschen der Zutritt verwehrt. Bild: Steinbacher

"Manchmal 'stört' unsere Hilfe auch." Diese Erfahrung will laut Rundmail die Initiative Amberg hilft Menschen mit einem Hausverbot in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge gemacht haben. Das Dementi lässt nicht lange auf sich warten.

Es fällt zudem klar und deutlich aus. Die zuständige Regierung der Oberpfalz "möchte (...) ausdrücklich betonen, dass weder gegenüber Herrn Geiss noch gegenüber seiner Initiative ein Hausverbot ausgesprochen oder er vom Gelände verwiesen wurde", verlautet aus der Pressestelle in Regensburg. Das überrascht den Betroffenen schon. Der Begriff "Hausverbot" sei definitiv gefallen und auf Nachfrage mit dem Zusatz "ab heute" noch bekräftigt worden, beharrt Michael C. Geiss.

Kein völlig Fremder


Das soll sich so am Samstag vergangener Woche zugetragen haben. Geiss ist Vorsitzender von Amberg hilft Menschen, das sei in der in der früheren Landwirtschaftsschule untergebrachten Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auch bekannt gewesen, unterstreicht er. Denn zwei, drei Wochen zuvor habe er in der Pförtnerloge beim Sicherheitspersonal seine Visitenkarte hinterlegt, ebenso bei einer Mitarbeiterin der Regierung. "Mit der habe ich mich sogar vielleicht eine Stunde lang unterhalten." Damals sei es um zwei Mikrowellen gegangen, die die Initiative den Bewohnern für die Gemeinschaftsküche besorgt habe. Das sei völlig komplikationslos gewesen. Doch die Regierung schrieb, dass weder Geiss, noch "besagte Initiative der Regierung der Oberpfalz (...) bekannt" sind.

Eine Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern und Initiativen ist nach wie vor sehr erwünscht.Regierung der Oberpfalz

Das verwundert den Vorsitzenden von Amberg hilft Menschen noch mehr. Recht enge und fruchtbare Kontakte habe es beispielsweise auch schon im Zusammenhang mit der Sammelunterkunft Moritzstraße gegeben. Das alles hat sich in Regensburg aber offenbar noch nicht herumgesprochen. Denn die Regierung kündigt an, den Vorsitzenden zum "Kennenlernen" einzuladen. Schließlich könne "gänzlich unbekannten Personen" kein Zugang zu der früheren Schule gewährt werden.

Noch nicht eingeladen


Dass Geiss der Zutritt verwährt worden ist, stellt die Regierung nicht in Abrede. "Die Abweisung war ausschließlich dadurch begründet, dass zu dieser Zeit keine Mitarbeiter der Regierung vor Ort waren", heißt es in der Stellungnahme aus Regensburg. "Eine Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern und Initiativen" sei auch "nach wie vor sehr erwünscht", allerdings müssten sich beide Seiten auch näher kennen. Doch mit dem am Dienstag angekündigten Treffen zwischen Geiss und Regierungsvertretern "voraussichtlich im Laufe dieser Woche" ist es bisher nichts geworden. "Bei mir hat noch keiner angerufen", fiel dem Vorsitzenden am Freitagvormittag dazu nur ein.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.