Hobby-Fußballer kicken in Hamburg um 10.000 Euro
Glasbier Rangers kämpfen am Kiez

 

Einmal auf dem Hamburger Kiez kicken, gegen die Profis von St. Pauli antreten und noch dazu 10.000 Euro Preisgeld absahnen. Möglich machte das „Das Turnier“, bei dem Hobbyfußballer aus ganz Deutschland gegeneinander antraten. Auch zehn Amberger kämpften um den Sieg.

Durch Zufall stieß Kapitän Daniel Humml auf einen Facebook-Post des Mubilfunkanbieters Congstar und Veranstalter des Fußballturniers. „Mir war klar, dass das eine einmalige Gelegenheit für uns ist“, erklärt Humml. Und vor allem eine rentable. Dem Gewinner winkten 10.000 Euro Preisgeld und ein Spiel gegen die Profi-Kicker des FC St. Pauli in Hamburg. Hunderte Bewerbungen von Hobbyfußball-Mannschaften gingen ein, doch die der Amberger stach besonders hervor – dank der kreativen Antworten des Kapitäns. „Wir mussten drei Fragen beantworten. Eine lautete: Warum denken Sie, dass sie gegen den FC St. Pauli bestehen können?“

Unerwartete Zusage


Humml, der laut eigener Aussage noch nie Wasser getrunken hat, weil er es „einfach nicht mag“, schrieb: „Wir schlagen St. Pauli, weil die auch nur aus Wasser bestehen und einer aus unserem Team Wasser nicht mag“. Eine Idee, die bei den Organisatoren ankam. Etwa zwei Monate später landete die Zusage in Hummls Email-Fach. „Erst wusste ich nicht, worum es geht, die Bewerbung war schon so lange her“, erinnert sich der Kapitän lächelnd. Doch dann war die Freude umso größer, auch bei seinen Mitspielern.

Doch bevor es für die „Glasbier Rangers“ – eine „witzige Ableitung der schottischen Glasgow Rangers, da wir alle gerne zusammen feiern“ – nach Hamburg ging, musste noch eine große Hürde genommen werden. „Insgesamt gab es fünf Veranstaltungsorte mit jeweils 15 Mannschaften, die gegeneinander spielten. Einer davon war Nürnberg, da traten wir an“, erklärt Spieler Calvin Morin. Der jeweils Erstplatzierte durfte nach Hamburg reisen und um die Preise kämpfen.

„Viel vorbereiten konnten wir uns nicht. Wir spielen alle zusätzlich in normalen Mannschaften, da bleibt nicht viel Zeit“, betont Dominik Meidinger. Schon seit Jahren sind die Spieler der „Glasbier-Rangers“ eng befreundet – einige spielten bereits gemeinsam in Vereinen. „Wir haben alle das gleiche Alter – 20 bis 22 Jahre – und das gleiche Hobby. Das verbindet“, sagt Humml. Umso größer sei die Freude auf das erste gemeinsame Turnier gewesen. Schon das Match in Nürnberg sei für jeden Fußballer „der reinste Traum“ gewesen. „Wir spielten neben dem Flughafen ganz oben auf einem Parkdeck mit Teer-Untergrund“, erinnert sich Morin. Die Mannschaft gewann fünf Spiele in Folge – und setzte sich somit an die Spitze. Das Ticket für Hamburg war sicher.

Kicken auf der Reeperbahn


Zu zehnt reisten die Kicker in die Hansestadt. Verpflegung, Unterkunft und Anreise wurden vom Veranstalter übernommen. „Wir sind am gleichen Abend noch über die Reeperbahn spaziert und haben das Stadion mit Kunstrasen, das extra für das Turnier auf dem Spielbudenplatz aufgebaut wurde, gesehen. Wir waren überwältigt. So groß hatten wir es nicht erwartet“, erzählt Meidinger. Viel Zeit, um die anderen vier Siegermannschaften kennenzulernen, blieb nicht, denn schon am nächsten Morgen startete das Turnier.

Nachdem die „Glasbier Rangers“ die Gruppenphase souverän mit drei Siegen meisterten, trafen sie als Zweitplatzierte im Halbfinale auf Bochum – eine Mannschaft, die sie in der Runde zuvor mit 3:1 besiegten. „Aber dann ist uns die Kraft ausgegangen. Gelegenheiten, bei denen wir vorher Tore gemacht haben, konnten wir nicht mehr nutzen“, bedauert Humml. Doch auch Anspannung spielte bei dem Tormann und den jeweils drei Feldspielern mit.

„Bei der Gruppenphase haben wir lockerer gespielt. Wir wollten nur nicht als erstes ausscheiden. Aber im Halbfinale ging es um so viel, das war unser Problem.“ Das Team musste sich mit 1:0 geschlagen geben. Als Verlierer fühlten sie sich aber trotzdem nicht. „Wir hatten die einmalige Gelegenheit, gemeinsam nach Hamburg zu fahren und mit seinen besten Freunden seinem Hobby nachzugehen. Alleine das war unser Gewinn.“

Beim Spiel St. Pauli gegen die Gewinnermannschaft „Balkan Mix“ aus Berlin sei die Niederlage schon wieder vergessen gewesen. So ganz ohne Trophäe kamen die Fußballer aber nicht nach Hause. „Die Spieler von St. Pauli haben sich das Turnier angeschaut. Wir konnten mit ihnen reden und sie kennenlernen. Bernd Nehring hat uns sein Trikot geschenkt, das werden wir in Ehren halten.“

Link-Tipp: Die Glasbier-Rangers bei Instagram
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