Höhepunkt der Reise nach Rom
Der Oberpfälzer Christbaum leuchtet auf dem Petersplatz

Der Oberpfälzer Christbaum auf dem Petersplatz leuchtet seit Freitagabend. Bilder Uli Piehler

Es war ein Auftritt mit Pauken und Trompeten: Als die 35 Instrumentalisten des Hirschauer Musikzuges den Graf Waldersee-Marsch intonierten, der feierlich in die Melodie von Tochter Zion mündet, leuchteten am Oberpfälzer Weihnachtsbaum in Rom zum ersten Mal die Lichter auf.

Beifall von rund 1000 Zaungästen brandete auf und die Bürgermeister der drei Spender-Kommunen strahlten mit den Scheinwerfern auf dem Petersplatz um die Wette. Hermann Falk (Hirschau), Alwin Märkl (Freudenberg) und Josef Reindl (Schnaittenbach) stießen bei einem improvisierten Oberpfälzer Weihnachtsmarkt im Foyer der großen Audienzhalle mit Bier aus der Heimat auf das Ereignis an. "Jetzt bin ich richtig erleichtert", sagte Märkl. "Alles ist so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben." Bei der Deutschland- und der Bayernhymne unter der Fichte aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach hatten nicht nur die drei Rathauschefs Gänsehaut.




Für sie gab es bereits mittags bei der Papstaudienz emotionale Momente. Bei dem Empfang zeigte sich erneut, dass sich Papst Franziskus wenig um das offizielle Protokoll schert. Viel Zeit nahm sich das Kirchenoberhaupt für die krebskranken Kinder, die die Kugeln für den Weihnachtsbaum gebastelt hatte. Er strich ihnen über den Kopf, segnete sie. Für die Oberpfälzer Delegation, die Europaministerin Beate Merk anführte, gab es nur einen kurzen Gruß im Vorbeigehen.

Franziskus war erkältet. Er hatte alle anderen Termine des Tages abgesagt. Erst am Donnerstag hatte er seinen 79. Geburtstag gefeiert. "Ich bin begeistert von diesem Mann. Die Art, wie er sein Amt ausübt, beeindruckt mich schwer", schwärmte Karmeliten-Pater Robert Schmidbauer aus Wutschdorf. Bescheidenheit und der Mut, unkonventionelle Wege zu gehen, zeichneten Franziskus aus.

Als die Dämmerung über den Kolonnaden hereinbrach, begrüßte der Präsident des vatikanischen Governatorats, Giuseppe Bertello, die Gäste aus der Oberpfalz. Und Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller mischte sich auch unter das Fußvolk. Präsent war der ehemalige Bischof von Regensburg bei den Romfahren auch wegen der Schlagzeilen über den angeblichen Finanzskandal bei der Glaubenskongregation. Das Thema wurde unter dem vatikanischen Christbaum heiß diskutiert.

Noch viel wichtiger waren an den Tagen in Rom aber die persönlichen Begegnungen und die Randgeschichten. Zum Beispiel die von Bernhard Wisgickl. Der Kommandant der Feuerwehr Massenricht hatte den Baum den ganzen Sommer über gehegt und gepflegt, bei Hitze sogar gegossen. Als Gegenleistung für seine Arbeit lud ihn der Chef der Vatikanischen Gärten am Freitagnachmittag spontan zu einer Privatführung durch die päpstlichen Grünanlagen ein. "Das sind die Erlebnisse, die bleiben", sagte Wisgickl.

Am Samstag reisen die allermeisten der Rom-Wallfahrer wieder zurück. Die erste Gruppe steigt schon am Mittag in den Flieger nach München, die letzte Gruppe wird am späten Abend in Hirschau zurück erwartet.
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