Immer weniger Feuerwehrleute in Gailoh
Reihen der Aktiven lichten sich

Kommandant Michael Dengler (Dritter von rechts) kündigte an, Ende Mai seinen Posten aus beruflichen Gründen zur Verfügung zu stellen. Weiter von links: Stadtbrandrat Bernhard Strobl, Rudolf Schmidt, Bürgermeister Martin Preuß, Jugendwart Johannes Hilburger und Vorsitzender Georg Honig. Bild: gf

Die Gailoher Feuerwehrleute leisteten im vergangenen Jahr 240 Übungsstunden. Daran lässt sich nichts aussetzen. Dafür aber an der Zahl der Aktiven, die immer weniger werden.

Gailoh. (gfr) Bei der Mitgliederversammlung der Feuerwehr Gailoh betonte Kommandant Michael Dengler, dass die Aus- und Weiterbildung im Vorjahr Vorrang hatte. Dabei seien etwa 240 Übungsstunden geleistet wurden. Themen seien die Unfallverhütungsvorschriften, richtiges Absichern einer Unfallstelle sowie Grundtätigkeiten des Feuerwehrdienstes gewesen. Acht Männer könnten nun auch als Atemschutzträger eingesetzt werden.

Fit in Digitalfunk


Im Herbst vergangenen Jahres und im Februar absolvierten die Aktiven den Grundlehrgang für den Digitalfunk. Die Feuerwehr Gailoh beteiligte sich an der 150-Jahr-Feier der Amberger Feuerwehr, am Gedenkgottesdienst und am Fackelzug zur Leopoldkaserne, wo am Mahnmal der Feuerwehrleute gedacht wurde, die vor 70 Jahren beim Bombenangriff ihr Leben verloren hatten.

Zu elf Einsätzen seien die Gailoher alarmiert worden, darunter zwei Lkw-Brände auf der Autobahn, kleinere Wald- oder Wiesenbrände, eine Notfall-Türöffnung, ein Verkehrsunfall in Amberg sowie die Verkehrssicherung bei den Martinszügen der Kindertagesstätten Gailoh und St. Sebastian. Über die Jugend sagte Dengler, dass die Teilnahme an den 20 Übungen besser hätte sein können.

Auf das Jahresprogramm blickte Vorsitzender Georg Honig zurück. Christbaumversteigerung, Winterwanderung, Bockbier- und Weinfest, Gailoher Kirchweih. 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Amberg und 125 Jahre Feuerwehr Haselmühl seien Pflichttermine gewesen. Gleiches gelte für die Feiern zum 50-jährigen Bestehen der Pfarrei St. Michael. Die Tagesfahrt habe nach Bayreuth ins Brauereimuseum geführt.

Nur sieben Jugendliche


Doch es gab auch schlechte Nachrichten: Laut Georg Honig hat sich die Zahl der Aktiven auf 22 reduziert. Bei den Jugendlichen seien nur noch sieben Nachwuchskräfte am Start. Früher seien es 14 gewesen. Insgesamt gehören der Feuerwehr Gailoh 134 Mitglieder an, darunter neun Frauen. "Mehr Werbung müssten wir betreiben", sagte Georg Honig, der den Abwärtstrend stoppen will. Bürgermeister Martin Preuß sagte, dass die Gailoher für eine kleine Stadtteil-Feuerwehr eine durchaus beachtliche Bilanz vorgelegt haben. Hervorzuheben seien auch die Arbeitgeber der Feuerwehrleute, die Verständnis dafür aufbringen, wenn ein Mitarbeiter im Alarmfall Hals über Kopf den Arbeitsplatz verlässt: "Wir sind froh, dass wir die Feuerwehr haben", sagte Preuß, der die Gailoher mit der Androhung schockte, dass er angesichts der guten Kassenlage den obligatorischen Scheck wieder mitnehmen könne - was er aber unterließ.

Einen Scheck habe er nicht dabei, sagte Stadtbrandrat Bernhard Strobl, aber viel Lob. Bayernweit seien die Mitgliederzahlen rückläufig, jedoch konnte Amberg durch den Wechsel einiger Jugendlicher in den aktiven Dienst gegensteuern. Dafür sei die Zahl bei der Jugend gesunken.

Die straffe Organisation bei der Feuerwehr sei sicher nicht jedermanns Sache, meinte Strobl, aber: "Wir brauchen mehr Helfer." Amberg werbe auch Quereinsteiger an und habe damit Erfolg. 2015 hatte die Amberger Feuerwehr fast 700 Einsätze abzuarbeiten, wobei die Türöffnungen immer mehr zunehmen. Fast jeden dritten Tag sei das der Fall.

Ehrungen und BeförderungenRoman Utz und Thomas Herbrich sollten für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden, Herbert Donhauser für 40 Jahre. Doch nur Rudolf Schmid (40 Jahre) nahm seine Urkunde persönlich entgegen. Zum neuen Jugendwart wurde Johannes Hilburger bestellt. Urkunden für die Teilnahme am Lehrgang Digitalfunk: Michael Dengler, Matthias Dobler, Benjamin Forster, Andreas Gehring, Wolfgang Geitner, Martin Heindl, Christina Heinrich, Jannik Hilburger, Thimo Höcherl, Bernhard Honig, Georg Honig, Maximilian Honig, Michael Honig, Christian Klan, Daniel Schildbach, Herbert und Martin Ströhl . (gfr)
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