In St. Martin fielen Stücke von der Decke - jetzt untersucht eine Fachfirma
Putzteile stürzen ab: Basilika gesperrt

Das Kirchenschiff von St. Martin ist riesig. Sein Gewölbe reicht rund 35 Meter hoch hinauf. Von dort im vorderen Bereich bei den ersten Besucherbänken fielen laut Kirchenpfleger Teile des Putzes von der Decke. Vermutlich schon bei der Dachsanierung sind hier nach seiner Auskunft Risse entstanden, die somit rund zehn Jahre alt sein könnten. Davon gehe keine akute Gefährdung aus. Dennoch will die Pfarrei nicht nur diese Stelle, sondern das ganze Kirchenschiff untersuchen und auf mögliche weitere Schadstellen
 
An den Kirchentüren ist die dreiwöchige Sperrung angekündigt. Allerdings spricht der Aushang nur von "Überprüfungs- und Wartungsarbeiten mit Hubwageneinsatz", was die Pfarrei nun auf Nachfrage der AZ konkreter darstellte und dabei nicht "mauerte".

Vielleicht ist es ein Zeichen des Himmels: Zumindest kam in der Basilika etwas von oben, das in der Pfarrei St. Martin sehr ernst genommen wird. Klar, wenn Putzteile von der Decke fallen, muss die Ursache untersucht werden, und es bleibt aus Sicherheitsgründen nur eine Möglichkeit: Die Kirche wird gesperrt - drei Wochen lang.

Darauf machen sowohl ein Aushang an den Türen als auch der aktuelle Pfarrbrief aufmerksam. Darin ist von "Überprüfungs- und Wartungsarbeiten mit Hubwageneinsatz" die Rede. Auf Nachfrage konkretisierte Kirchenpfleger Josef Beer, der seit Jahren neben Stadtpfarrer Franz Meiler für die vielen Bautätigkeiten an der Basilika zuständig ist, was sich dahinter verbirgt. Er mauerte nicht - im übertragenen Sinn - und hofft, dass das auch im wörtlichen Sinn nicht nötig wird. Laut Beer ist das Thema "nicht so dramatisch", wie es vielleicht klingt.

Risse eher alt als neu


Tatsache ist aber, dass bereits Mitte Juni im Mittelgang vor den ersten Besucherbänken Teile des Putzes vom rund 35 Meter hoch gelegenen Kirchenschiff gefallen sind. Das geschah nach Beers Auskunft über Nacht und wurde am nächsten Morgen vom Mesner entdeckt, der sofort die Pfarrleitung informierte. Die habe ebenso umgehend gehandelt, indem sie laut Kirchenpfleger Architektin und Statiker einschaltete, die nicht nur die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten außen am Turm betreuen, sondern sich auch um dieses Problem sofort kümmerten.

Sie organisierten einen Hubwagen, um bis zum Kirchenschiff nach oben zu fahren und die Schadstelle im Putz genau untersuchen zu können. Nach Beers Schilderung lautete das Urteil der Fachleute sinngemäß folgendermaßen: Tatsächlich gibt es an der besichtigten Stelle einige Risse im Putz. Die seien allerdings nicht neu, sondern wohl schon einige Jahre alt. Gut möglich, dass sie im Zuge der großräumigen Dachsanierung um 2006 aufgetreten sind.

"Keine akute Gefahr"


Damals, als große Teile des Gebälks im dahinterliegenden Dachboden verstärkt und erneuert wurden, könnten Spannungen entstanden sein, die sich auch im Putz auswirkten. "Es besteht aber keine akute Gefahr, dass vom Gewölbe selbst etwas herunterkommt", hebt Josef Beer hervor und untermauert seine Worte auch damit, dass mit der weiteren Überprüfung dieser Sache bis zu den Sommerferien gewartet werden konnte. Nun, ab nächster Woche, wolle die Pfarrei die Angelegenheit aber umfassend aufarbeiten. Indem in Zusammenarbeit mit Architektin und Statikbüro eine Fachfirma engagiert wurde, die nicht nur die Schadstelle begutachtet, sondern mit einem Hubwagen das ganze Gewölbe in Augenschein nimmt.

Pfarrei will kein Risiko


Die Fachleute sprechen laut Beer von einer "visuellen Kontrolle der Putzflächen und der Rippen des Netzgewölbes". Diese Bereiche im Kirchenschiff sollen auch auf möglicherweise "lose oder lockere Mörtelteile" abgeklopft werden. Wie Beer in Absprache mit Stadtpfarrer Franz Meiler herausstrich, wolle die Pfarrei "kein Risiko eingehen" und lasse deshalb natürlich die ganze Decke samt Gewölbe auf diese Weise untersuchen.

Deshalb dauert die Sperrung der Kirche voraussichtlich auch drei Wochen bis einschließlich Sonntag, 28. August. Wichtig ist dem Kirchenpfleger, zu betonen, dass für die Besucher der Basilika keine Gefährdung bestand und besteht. Bis zum Wochenende finden weiter wie geplant alle Gottesdienste und sonstigen Angebote in St. Martin statt. Ab Montag allerdings weicht das gesamte hier angesiedelte Programm in die Schulkirche aus.
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