Interkulturelles Erzähl-Café wird zur festen Einrichtung
Hemmschwellen abbauen

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Im Rahmen der interkulturellen Woche wurde heuer zum ersten Mal zum Erzähl-Café seitens des Caritasverbands Amberg-Sulzbach, der Katholischen Erwachsenbildung und des Evangelische Bildungswerks eingeladen. Die Einladung stieß auf überraschend große Resonanz, sodass daraus eine feste Einrichtung werden soll. Sylvia Benjamin von der Asylsozialberatung des Caritasverbands Amberg-Sulzbach ist die für das Erzähl-Café die verantwortliche Ansprechpartnerin. Im Interview erzählt sie von den ersten Erfahrungen.

Aus welchen Beweggründen wurde das Erzähl-Café in das Leben gerufen?


Sylvia Benjamin: Wir wollten eine Gelegenheit zur Begegnung der unterschiedlichsten Menschen schaffen. So eine Veranstaltung bietet eine gute Plattform, um sich gegenseitig besser kennen zu lernen, etwas über das Leben des jeweils anderen zu erfahren. Einer der Beweggründe war sicherlich, den Kontakt zwischen Menschen herzustellen, die ansonsten vielleicht nie ins Gespräch gekommen wären.

Die Interkulturelle Woche bot uns dann die Gelegenheit, einmal auszuprobieren, wie eine solche Veranstaltung bei uns angenommen wird. Die positive Resonanz führte dazu, dass wir dieses Angebot künftig regelmäßig machen werden.
Welche Ziele haben sich die Verantwortlichen für das Erzähl-Café gesetzt?
Sylvia Benjamin: Das Konzept der Erzähl-Cafés wird ja in vielen unterschiedlichen Bereichen angewendet. Sehr häufig ist es in der Seniorenarbeit – hier auch meist in der Begegnung mit jungen Menschen.

Zum einen soll ein Erzähl-Café ja immer bei der Verarbeitung der eigenen Biografie beitragen. Durch das Erzählen werden Erinnerungen verarbeitet und nochmals neu überdacht. Das interkulturelle Erzähl-Café soll aber auch die Begegnung von Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen fördern. Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Jung und Alt bekommen hier die Gelegenheit, vieles übereinander zu erfahren.

Eines der wichtigsten Ziele ist mit Sicherheit auch der Abbau von Hemmschwellen dem „Fremden“ gegenüber. Fremd ist ja – was wir nicht vergessen dürfen – für viele der neu Zugewanderten auch unsere westliche Lebensweise. Wenn Menschen miteinander in Kontakt sind und gegenseitig ihre Geschichten kennenlernen und eventuell sogar Parallelen entdecken, dann wächst das Verständnis für den jeweils anderen.

Wen soll das Erzähl-Café ansprechen?


Sylvia Benjamin: Eigentlich ist unser Erzähl-Café offen für alle Interessierten. Wir freuen uns über so viele unterschiedliche Einflüsse wie möglich. Es richtet sich also an Einheimische, Flüchtlinge, Spätaussiedler, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und selbstverständlich an alle Altersstufen. Umso bunter die Teilnehmer gemischt sind, desto interessanter kann die Veranstaltung werden.
Mit welchen Erwartungen kommen die Teilnehmer?

Sylvia Benjamin: Die Teilnehmer kommen wohl am ehesten mit einer gewissen Neugierde auf die Lebensgeschichte der anderen Anwesenden. Speziell das interkulturelle Erzähl-Café zieht die Menschen an, die gerne etwas über das Leben anderer Kulturen erfahren möchten. Bei unserem Auftaktthema „Ankommen“ war es auch so, dass die Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen mit denen der anderen vergleichen wollten. Außerdem bietet das Erzähl-Café die Gelegenheit, Menschen kennen zu lernen, mit denen man im Alltag kaum in Kontakt käme.

Welche Vorteile bietet das Erzähl-Café den Gästen?


Sylvia Benjamin: Es können in angenehmer Atmosphäre Erlebnisse aus der eigenen Vergangenheit erzählt, und somit vielleicht auch ein bisschen besser verarbeitet werden. Auch bietet das Erzähl-Café einen gewissen geschützten Rahmen. Man weiß, die anderen haben auch Interesse an meiner Geschichte – alle sind hier zum Erzählen und zum Zuhören. Wobei natürlich jeder Teilnehmer selbst entscheidet, was er erzählen möchte und wie weit ins Detail gegangen wird. Im Rahmen eines Erzähl-Cafés müssen die Grenzen des Einzelnen ganz klar akzeptiert werden. Jeder der dies möchte kann beim Erzähl-Café einen schönen Abend mit neuen und alten Bekannten verbringen.

Wie ist die Gestaltung der Veranstaltung in Zukunft geplant?


Sylvia Benjamin: Nachdem die Auftaktveranstaltung so gut angekommen ist, haben wir beschlossen, regelmäßig ein Erzähl-Café zu veranstalten. Wir werden uns zukünftig alle drei Monate treffen, Kaffee trinken und gemeinsam über ein vorher festgelegtes Thema sprechen. Natürlich soll die Veranstaltung auch zukünftig für alle offen bleiben die Interesse haben. Jeder Interessierte ist uns immer herzlich willkommen. Die nächste Veranstaltung soll Mitte Januar stattfinden, der genaue Termin und das Thema werden noch bekannt gegeben. Wir würden uns freuen, auch neue Besucher begrüßen zu können.
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