Interview mit Barbara Meier
Top-Model mit "Übergewicht"

Model und Schauspielerin Barbara Meier in Berlin. Bild: dpa

Designer wie Guido Maria Kretschmer oder Lena Hoschek zeigen ab Dienstag wieder ihre Kreationen auf der Berliner Fashion Week. Model Barbara Meier, frühere "Germany's Next Topmodel"-Siegerin, ist nicht mehr dabei - und hat Gründe.

Berlin/Amberg. Ob auf dem Laufsteg oder auch als Zuschauer in der ersten Reihe - zur Fashion Week (19. bis 22. Januar) reisen wieder zahlreiche Models nach Berlin. Ex-"Germany's Next Topmodel"-Siegerin Barbara Meier aus Amberg (29) erklärt im Interview, warum das für sie nichts mehr ist - und welche Probleme es bei der Diskussion um Magermodels gibt.

Auf der Fashion Week in Berlin präsentieren Designer wieder ihre Kollektionen für Herbst und Winter. Sind Sie dabei?

Meier: Die Fashion Week ist nicht mehr so ganz das Richtige für mich. Die Mädels auf den Laufstegen sind meist 16 oder 17 Jahre alt. Ich habe nicht mehr den Körper wie ein Teenager und laufe nicht mehr bei den Schauen mit. Mich interessiert die Mode natürlich schon. Aber dafür muss ich nicht in der Front Row sitzen.

Frankreich hat kürzlich ein Gesetz gegen Magermodels beschlossen. Models brauchen künftig eine medizinische Bescheinigung. Ist das in Deutschland auch nötig?

Meier: Ich glaube, Deutschland ist sehr verantwortungsbewusst. Die Models sind zwar dünn, aber gesund. Ich finde, das Gesetz ist prinzipiell eine gute Sache, aber man muss auch aufpassen. Ich will nicht in Schutz nehmen, dass die Models so dünn sind, aber es gehört ein Stück weit zum Job. Die Kleider müssen einfach an jeder Frau gleich sitzen. Das funktioniert ab einer bestimmten Größe nicht mehr. In Paris sehen manche Models aber wirklich aus wie ein Skelett. Das muss man unterbinden.

Sie haben gerade das Buch "Dein Weg zum Glücksgewicht" veröffentlicht. Wie sieht denn Ihr Glücksgewicht aus?

Meier: Auch ich habe als Model jetzt Übergewicht. Wäre ich wirklich so dünn wie gefordert, wäre ich nicht glücklich, weil man dafür nur hungert, verzichtet, sich quält und vor allem seine Ausstrahlung und Lebensfreude verliert. Und ganz wichtig: weil man nicht gesund wäre und gesund sein ein großer Teil ist, um schön zu sein.

Anstoß für das Buch war der New-York-Marathon, den Sie 2013 gelaufen sind. Sie schreiben, dass Sie gemerkt haben, wie wichtig Bewegung für einen gesunden Körper ist. Wie oft machen Sie Sport?

Meier: Ich mache jeden Tag zumindest eine Viertelstunde ein bisschen Muskeltraining, selbst wenn ich auf Reisen bin. Wenn ich zu Hause bin, gehe ich so gut wie immer jeden Tag eine Stunde ins Fitnessstudio. Ich bewege mich generell viel und integriere Bewegung möglichst in meinen Alltag.
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