Jahn-Ultras reisen per Zug an
Polizei-Eskorte zum Schanzl

Jeanshose, schwarze Jacke - das scheint der Dresscode der Regensburger Ultras zu sein. Vom Bahnhof aus marschierten etwa 100 Angehörige der Szene über den Stadtgraben zur Vils und von dort weiter zum FC-Stadion. Bild: Hartl
Amberg: Bahnhof |

Die Oma mit dem Koffer schaute sich ängstlich um. Das Kind auf dem Gehsteig versteckte sich hinter der Mama. Der Auftritt der Jahn-Fans in der Stadt war martialisch. Am Ende aber erwiesen sich die brüllenden Schlachtenbummler dann doch als recht brav.

Punkt 16.19 Uhr fuhren die Gefolgsleute des SSV Jahn Regensburg auf dem Bahnhof ein. Rund 100 Angehörige der Ultra-Szene des Tabellenführers der Regionalliga Bayern waren per Zug zum Oberpfalz-Derby nach Amberg gereist. Und weil es in der Unterführung unter den Gleisen so schön hallt, ertönten dort auch gleich die ersten Schlachtrufe. Ein martialisches Geschrei, das bei den wartenden Fahrgästen oben für sorgenvolle Gesichter sorgte.

Im Gänsemarsch


Ganz gelassen hingegen nahm die Polizei die Gäste aus Regensburg in Empfang. Gut zwei Dutzend Einsatzkräfte hatte sich am Bahnhof postiert. "Wir haben vorher schon mit Vertretern der Szene Kontakt aufgenommen", erklärte Polizeisprecher Peter Krämer. Abgesprochen war, den Tross während des Fußmarsches zwischen Bahnhof und Stadion am Schanzl zu begleiten. Zunächst wollten die Jahn-Fans über die Bahnhof- und die Rathausstraße zum Marktplatz ziehen, vor der Martinskirche abbiegen und am Ufer der Vils entlang zum Sportgelände marschieren. "Wir haben ihnen aber vorgeschlagen, am Stadtgraben entlang zu gehen", sagte Krämer. "Man muss ja nichts heraufbeschwören." Die Schlachtenbummler gingen auf den Vorschlag ein.

"Bis jetzt waren wir zufrieden", bilanzierte der Polizeisprecher kurz vor dem Abpfiff im mit 2444 zahlenden Gästen nur halbvollen Schanzl-Stadion. Im Regensburger Fanblock brannten kurzzeitig mehrere bengalische Feuer. Weil es so stark gequalmt hat und die Leute auf diesem Teil der Tribüne teilweise vermummt waren, sei es kaum möglich, die Verursacher ausfindig zu machen. Auf dem selben Weg, wie sie gekommen waren, verschwanden die Ultras dann auch wieder. Die Polizei geleitete sie gleich nach dem Abpfiff im Gänsemarsch zurück zum Zug. Um 20.32 Uhr setzte sich der Regionalexpress Richtung Donau in Bewegung. "Alles gut. Nichts passiert. So soll es sein", kommentierte Krämer den Einsatz zurückblickend. Nach den jüngsten Ausschreitungen unter Regensburger Beteiligung in Bayreuth ging das Oberpfalz-Derby reibungslos über die Bühne. (Angemerkt)
Alles gut. Nichts passiert. So soll es sein.Polizeisprecher Peter Krämer
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Horst Weber aus Amberg in der Oberpfalz | 13.04.2016 | 15:23  
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