Jahresempfang des Volksbundes Detsche Kriegsgräberfürsorge
Immer wieder neue Hoffnung

Auch für Einheiten der Bundeswehr und der US-Armee gab es Anerkennungsplaketten für besondere Leistungen bei der Sammlung 2015 (von links): Oberst Max Lindner nahm sie in Bronze für die Stabs-/Fernmeldekompanie der Panzerbrigade 12 Amberg entgegen, Oberstleutnant Tino Möller in Silber für das Logistikbataillon 472 Kümmersbruck und Lieutenant Colonel Robb Meert in Gold für das 18th Combat Sustainment Support Battalion (CSSB) Grafenwöhr. Bild: Steinbacher
 
Für außergewöhnliche Leistungen erhielten diese Personen aus der Region Amberg-Sulzbach Auszeichnungen (von links): Gerhard Lindthaler, Lieutenant Colonel Robb Meert (Kommandeur des 18. CSSB, des Partnerschaftsverbandes zum Markt Freihung), Wolfgang Rauscher (3. Vorsitzender RK Freihung), Norbert Bücherl (Vorsitzender RK Freihung), Captain John Laird (Kompaniechef der 702. EOD, der Partnereinheit der RK Freihung), Daniel Hagn, Volksbund-Bezirksvorsitzender Wolfgang Kunert, Horst Embacher und Werner Koller

"Wer an Europa zweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen." Mit einem Zitat von Jean-Claude Juncker unterstrich Bezirksvorsitzender Dr. Wolfgang Kunert beim Jahresempfang des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, wie aktuell dessen Anliegen ist.

Kunert hob bei der vom Blechbläserensemble der Berufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg umrahmten Feier das Argonnen-Projekt des gastgebenden Beruflichen Schulzentrums besonders hervor. Dabei fahren Amberger Schüler seit 2010 jedes Jahr in die nordfranzösischen Argonnen, um dort zusammen mit einem französischen Geschichtsverein ein Frontlager aus dem Ersten Weltkrieg zu restaurieren und durch die gemeinsame Arbeit die Völkerverständigung zu fördern. Wolfgang Kunert lobte diese Initiative, "bei der Schüler Geschichte hautnah erleben und anfassen können". Der Volksbund werde sie in Bayern dieses Jahr zum Hauptthema seiner pädagogischen Handreichung für die Schulen machen.

Kunert erinnerte an den Maler Franz Marc, der am 4. März 1916 bei Verdun fiel - an seinem letzten Einsatztag, da er gerade in die Liste bedeutender Künstler aufgenommen worden war und somit nicht mehr Kriegsdienst leisten musste. Auch die blutjungen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs - "die jüngsten waren erst 16" - nannte Kunert, um zu zeigen, wer auf den Soldatenfriedhöfen ruht. Seit 1993 habe der Volksbund in Polen über 140 000 deutsche Gefallene geborgen und umgebettet. Das sei auch immer wieder neue Hoffnung für die Angehörigen von Vermissten.

Der Amberger OB Michael Cerny rief den vielen ehrenamtlichen Sammlern unter den rund 270 Gästen in Erinnerung: "Sie sind die Hauptpersonen des heutigen Abends." Wolfgang Kunert zeichnete herausragende Ergebnisse bei der Kriegsgräbersammlung in den einzelnen Landkreisen aus. Bester Einzelsammler war Hubert Magdas aus Lappersdorf mit 4203 Euro.

Brigadegeneral André Bodemann, Kommandeur der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz", übergab den symbolischen Spendenscheck der Kriegsgräbersammlung über mehr als 293 000 Euro und dankte dem Volksbund, dass er auch der Bundeswehrsoldaten gedenke, die in Auslandseinsätzen gefallen sind. Aus seinen Erfahrungen bei der "Prominentensammlung" 2014 in Amberg formulierte Bodemann ein Lob für die Einheimischen: "Es ist beeindruckend, wie viele Leute hier bereit sind, für Kriegsgräber zu spenden."

Die Anerkennungsplakette in Gold und einen besonders großen Beifall erhielt das 18th Combat Sustainment Support Battalion. Seit acht Jahren macht diese in Grafenwöhr stationierte Einheit - als einzige der US-Armee - schon bei der deutschen Kriegsgräbersammlung mit. 8190 Euro hat sie dabei truppenintern gesammelt. Kommandeur Robb Meert nahm die Plakette entgegen. (Seite 5)

Die GeehrtenAus der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach wurden ausgezeichnet:

Hermann Trenz , Auerbach, mit der Verdienstspange in Weißgold als bester Sammler im Landkreis 2015; Stabsfeldwebel d. R. Gerhard Lindthaler , Reservistenkameradschaft Freihung, mit der Verdienstspange in Gold für besondere Verdienste als Sammler, Sammlungsleiter, Teilnehmer an Arbeitseinsätzen auf Soldatenfriedhöfen und der Pflege der Patenschaft zur 18. CSSB der US-Armee in Grafenwöhr; die Reservistenkameradschaft Freihung mit der Anerkennungsplakette in Bronze für besondere Verdienste bei Sammlungen und Arbeitseinsätzen; das Gregor-Mendel-Gymnasium Amberg mit dem Ehrenbuch als beste Schule in der Oberpfalz bei der Schulspendenaktion 2015; Oberstudienrat Daniel Hagn (Berufliches Schulzentrum Amberg) mit der Jugendarbeit-Medaille für das Argonnenprojekt; die Reservistenkameradschaft Amberg mit der Anerkennungsplakette in Bronze für die Unterstützung des Jahresempfangs; der Neukirchener Horst Embacher , Bezirksvorsitzender des Bayerischen Soldatenbundes 1874, mit der Ehrennadel in Gold für die herausragende Zusammenarbeit und Unterstützung durch den BSB 1874 in der Oberpfalz über die vergangenen 15 Jahre. (ll)
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